Nun, beim "meinem" mitgehörten Gespräch zwischen 2 Frauen ging es um einen Mann, der nach wohl längerer Beziehungslosigkeit eine Partnerin gefunden und auch recht schnell geheiratet hat. Das wurde ihm als "unreif" ausgelegt und man beschrieb ihn als "sonst nicht sehr entscheidungsfreudig".
Davon abgesehen, dass ich die Beschreibung seiner Charaktereigenschaften und sein Handeln in krassem Widerspruch sehe, grüble ich die ganze Zeit herum, warum ich da überhaupt zu einem Urteil kommern muss. Ich kenne ja weder die Frauen noch den Mann und so könnte es mir herzlich egal sein.
Andererseits - vielleicht braucht man eine kleine voyeuristische Ader, um die Vorstellungen anderer mit den eigenen Vorstellungen über Beziehung kompatibel zu machen, eine Art lebenslanges soziales Lernen von Beziehung, um Beziehungen eingehen und leben zu können. Es muss ja auch irgendeinen Grund haben, warum nicht nur gefühlt in jedem Film eine Beziehungsgeschichte steckt, sondern es sogar ganze Filmreihen gibt, bei denen sich alles um genau dieses Thema dreht und bei denen spätestens nach 5 Minuten klar ist, wer wen abbekommt. Das macht ja so gesehen auch keinen Sinn.
