Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Gedanken zum Thema "Absolute Beginner", Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt
Vogel
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Vogel »

Cavia hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 21:31
Hm. Hast du mal gehört, wie abfällig heute über Frauen geredet wird, die nicht mehr arbeiten und sich nur um Haushalt und Kinder und Mann kümmern? Oder kennst du den Begriff "Teilzeitmutti"? Das ist nicht als Kompliment gedacht. Oder "Latte-Macchiato-Mutti"?
Keine Sorge- Altuell trenden auf Instagram und Co. die "Tradwifes" und "Stay-Home" -Frauen. Auch gewisse konservative Ansichten diesbezüglich haben wieder Zulauf.
Und wie wird reagiert, sobald ein Mann in Teilzeit geht wegen der Kinder? Oder wenn er Windeln wechselt oder einen Kuchen für die Kita backt? "Wow, soooo ein toller, moderner Mann. Was für Opfer er aus Liebe bringt."
Zuhause darf er sich dann anhören, dass er alles falsch gemacht hat, er keine Ahnung habe und besser doch die Frau das übernimmt. Und mehr als 2 Monate Elternzeit soll er auch nicht nehmen- wegen Karriere und so, weil Geld soll er ja trotzdem nach Hause bringen, das Haus und der SUV müssen abbezahlt werden.

Es sind einfach vieles veraltete, überfällige Rollenbilder.

Ich möchte auch nicht ausser in Krankheitsfällen und Schwangerschaft komplett alleine für meine Frau aufkommen, so wie ich es noch bei meinen Eltern erlebt habe.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Vogel »

Reinhard hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 22:18
Das Problem ist dann eher, wenn das mal nicht so klappt wie gedacht, dass das ja an den Männern liegen muss. Wer sonst sollte wohl den Frauen im Weg stehen? :schwarzekatze:
"Männer sind Schweine"- wussten schon
Die Ärzte. :singen:
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Levyn »

dfg82 hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 21:24
Levyn hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 21:03 Ich finde ja solche Konversationen laufen immer ziemlich einseitig ab. Bei Frauen wird einfach akzeptiert, dass sie gewisse Dinge brauchen, um sich weiblich zu fühlen, während bei tendenziell männlichen Bedürfnissen von altertümlichen Strukturen die Rede ist. Der Mann soll doch einfach mal modern werden.
Welche denn zum Beispiel? Also auf Männer und Frauen bezogen.
Männer dürfen z.B. nicht unsicher sein. Bei Frauen ist das absolut akzeptiert. Es wird den Männern gesagt, dass sie doch mal selbstbewusster sein sollen, während bei unsicheren Frauen dann die gesellschaftlichen Strukturen der Männer Schuld dafür sind, dass sie keine Empathie für sie aufbringen können, siehe z.B. Gehaltsverhandlungen.
Auch beim Thema Dating ist es das gleiche. Männer, die unsicher sind, dürfen im sozialen Kontext übersehen werden, während es bei Frauen kein Nachteil ist.
Frauen dürfen z.B. Männer bevorzugen, die deutlich größer sind als sie, denn dann fühlt sie sich weiblich und beschützt. Bei Männern wirkt das komisch, wenn sie auf deutlich kleinere Frauen stehen, die auch noch von zierlicher Statur sind. Der Beschützerinstinkt ist ein Relikt aus alter Zeit, die man zu hinterfragen hat.
Cavia hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 21:31 Hm. Hast du mal gehört, wie abfällig heute über Frauen geredet wird, die nicht mehr arbeiten und sich nur um Haushalt und Kinder und Mann kümmern? Oder kennst du den Begriff "Teilzeitmutti"? Das ist nicht als Kompliment gedacht. Oder "Latte-Macchiato-Mutti"?
Nein, höre ich tatsächlich zum aller ersten Mal und dabei beschäftige ich mich sogar viel mit der Problematik.
Teilzeit und Kindererziehung ist doch das moderne Ideal. Zumindest in meiner Generation.
Wenn das gesellschaftlich so stark stigmatisiert ist, dann frage ich mich warum fast 50% davon in Teilzeit arbeiten.

Reinhard hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 22:18 Es gibt durchaus auch eine gesellschaftlichen Erwartung, dass Frauen in den "männlichen" Bereichen erfolgreich sein sollen, also dass sie auch Professorenstellen, Managerposten besetzen oder Ingenieure usw. werden. Die gesamte Frauenförderung soll ja auch irgendwann mal auch Erfolge zeigen ...
Ich finde eher schlimm, dass den Frauen eingeredet wird, sie müssten alles auf einmal können, um "modern" zu sein.
Vogel hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 22:29 Zuhause darf er sich dann anhören, dass er alles falsch gemacht hat, er keine Ahnung habe und besser doch die Frau das übernimmt.
Diese Einstellung sehe ich bei vielen Frauen, selbst denen, die in kinderlosen Beziehungen sind, aber zusammen wohnen. Der Mann macht alles falsch und legt nicht so viel Wert auf Ordnung wie es die Frau tut. Da macht die Frau das halt kurzer Hand lieber selbst, bevor es noch schlimmer wird.
Am Ende ist halt trotzdem der Mann Schuld, weil er ja nicht so funktioniert wie es sich Frau vorstellt und alles an ihr hängen bleibt.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Reinhard »

Levyn hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 22:49
Reinhard hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 22:18 Es gibt durchaus auch eine gesellschaftlichen Erwartung, dass Frauen in den "männlichen" Bereichen erfolgreich sein sollen, also dass sie auch Professorenstellen, Managerposten besetzen oder Ingenieure usw. werden. Die gesamte Frauenförderung soll ja auch irgendwann mal auch Erfolge zeigen ...
Ich finde eher schlimm, dass den Frauen eingeredet wird, sie müssten alles auf einmal können, um "modern" zu sein.

So kommt das bei mir nicht an. Die Frauen sollen "nur" Karriere und Kinder unter einen Hut bekommen (hier ist die Erwartung an die Männer geringer), und wenn es für beides nicht reichen sollte, dann sollen sie wenigstens gute Arbeiter- und Konsumbienen abgeben. Die Wirtschaft muss ja schließlich wachsen. :hierlang:
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von dfg82 »

Levyn hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 22:49 Bei Männern wirkt das komisch, wenn sie auf deutlich kleinere Frauen stehen, die auch noch von zierlicher Statur sind.
Ich kenne niemanden, der das so sieht und das entspricht auch gar nicht meinen Erfahrungen im Dating. Weder bei mir noch bei anderen, die ich kenne. Das klingt schon wieder nach irgendwelchem theoretischen Zeug, das in der Realität keinerlei Rolle spielt.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Levyn »

dfg82 hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 23:28
Levyn hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 22:49 Bei Männern wirkt das komisch, wenn sie auf deutlich kleinere Frauen stehen, die auch noch von zierlicher Statur sind.
Ich kenne niemanden, der das so sieht und das entspricht auch gar nicht meinen Erfahrungen im Dating. Weder bei mir noch bei anderen, die ich kenne. Das klingt schon wieder nach irgendwelchem theoretischen Zeug, das in der Realität keinerlei Rolle spielt.
Was sind denn deine Erfahrungen im Dating?
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Tania »

Levyn hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 22:49 Wenn das gesellschaftlich so stark stigmatisiert ist, dann frage ich mich warum fast 50% davon in Teilzeit arbeiten.
Eigentlich ist die Antwort simpel. Erstens ist es nahezu unmöglich, einen Betreuungsplatz für Kinder zu finden, der länger als 8:00 Uhr - 17:00 Uhr geöffnet ist. Vollzeit arbeitende Elternteile müssten also die 8 Stunden im Job, die 30min vorgeschriebene Pause und zweimal den Weg zwischen Kita und Firma täglich zuverlässig in 9 Stunden schaffen (eher in 8:45, weil das abzugebende/abzuholende Kind ja auch noch aus-/angezogen werden muss). Das geht nur, wenn die Kita quasi direkt neben dem Arbeitsplatz ist, der Dienstbeginn optimal an die Kita-Öffnung angepasst ist und der Chef nie nie niemals auf die Idee kommt zu sagen "Können Sie das nicht noch ganz schnell fertig machen" und nie ein Kunde noch kurz vor Dienstschluss kommt.

Und zweitens: wenn man das tatsächlich schafft oder eine Kita mit längerer Öffnungszeit findet: die Kosten eines Vollzeitplatzes unterscheiden sich von denen eines Teilzeitplatzes meist so deutlich, dass man letztlich mit "6h arbeiten + Teilzeit-Kita" ungefähr auf dieselbe Summe kommt wie mit "8h arbeiten + Vollzeit-Kita".
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Levyn »

Tania hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 00:07
Levyn hat geschrieben: Dienstag 4. Juni 2024, 22:49 Wenn das gesellschaftlich so stark stigmatisiert ist, dann frage ich mich warum fast 50% davon in Teilzeit arbeiten.
Eigentlich ist die Antwort simpel. Erstens ist es nahezu unmöglich, einen Betreuungsplatz für Kinder zu finden, der länger als 8:00 Uhr - 17:00 Uhr geöffnet ist. Vollzeit arbeitende Elternteile müssten also die 8 Stunden im Job, die 30min vorgeschriebene Pause und zweimal den Weg zwischen Kita und Firma täglich zuverlässig in 9 Stunden schaffen (eher in 8:45, weil das abzugebende/abzuholende Kind ja auch noch aus-/angezogen werden muss). Das geht nur, wenn die Kita quasi direkt neben dem Arbeitsplatz ist, der Dienstbeginn optimal an die Kita-Öffnung angepasst ist und der Chef nie nie niemals auf die Idee kommt zu sagen "Können Sie das nicht noch ganz schnell fertig machen" und nie ein Kunde noch kurz vor Dienstschluss kommt.

Und zweitens: wenn man das tatsächlich schafft oder eine Kita mit längerer Öffnungszeit findet: die Kosten eines Vollzeitplatzes unterscheiden sich von denen eines Teilzeitplatzes meist so deutlich, dass man letztlich mit "6h arbeiten + Teilzeit-Kita" ungefähr auf dieselbe Summe kommt wie mit "8h arbeiten + Vollzeit-Kita".
Was möchtest du mir damit jetzt sagen?
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Calliandra »

Levyn hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 00:58 Was möchtest du mir damit jetzt sagen?
Ich schätze, es war einfach eine Antwort auf deine Frage, warum so viele Teilzeit arbeiten.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Settembrini »

Zu der Frage, wer was in der Partnerschaft an Geld zur Verfügung hat (verdienen mag vielleicht oftmals nicht der Gerechtigkeit nahe kommen) habe ich bislang noch überhaupt keinen Gedanken genutzt. Möglicherweise liegt das daran, dass ich mir über gesellschaftliche Ansichten sehr häufig nur sekundär den Kopf zerbreche. Im Laufe des Lebens wurde mir beigebracht, das Dasein und seine Erwartungen durch andere für mich selbst und die, die mir etwas bedeuten nur im Rahmen der Frage zu bewerten, ob das Vorliegende mir oder einem anderen Menschen schadet. Und ich begriff, dass Dinge, die anderen sehr wichtig erscheinen, für mich selber viel weiter hinten angesiedelt waren.

Jeder hier wird Beispiele für seine Erfahrungen im Umgang mit finanziellen Mitteln in der Partnerschaft kennen. Denn der Mensch filtert stets nach dem, was er denkt oder glaubt. Ohne dies weiter bewerten zu wollen: Ich kenne da eine italienische Familie, in der von der Frau vor fast 40 Jahren verlangt wurde, Karriere zu machen, einen Beruf auszuüben und dennoch die Kinder und den Haushalt zu versorgen. „Nonna“ als Familienoberhaupt hatte das als Studienrätin seinerzeit ebenso gehandhabt. Die Frau erlebte aber ihr Glück als Mutter und weigerte sich, außerhalb des Haushaltes arbeiten zu gehen. Sie war sich der Tragweite späterer Abhängigkeit im Finanziellen dabei auch voll bewusst. Der Skandal war nicht eben klein. Sie aber hatte für mich unfraglich eine nicht zu verachtende innere Stärke bewiesen. Denn sie hatte sich doch tatsächlich gegen die Erwartungshaltungen an sie gestemmt und war mit ihren Kindern im täglichen Umgang glücklich zu nennen. Das hätte übrigens auch genau umgekehrt geschehen können, dass von ihr Kinder und Küche verlangt worden wäre, sie aber in den Beruf ziehen mochte.
Ihr ältester Sohn erlebte dann die Erfüllung im Umgang mit Kindern und strebte eine Karriere als Erzieher an. Undenkbar! Wo Erzieher doch so wenig Geld bekommen. Also setzte er sich hin und schaffte es, ein sehr hoher Konzernchef eines weltbekannten Unternehmens zu werden und hernach Frau, Haus, Auto und Kind in sein Leben zu holen. Seinen Traum hat er dennoch vor sich selber verraten.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Tania »

Levyn hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 00:58 Was möchtest du mir damit jetzt sagen?
Du hattest gefragt, warum so viele Elternteile Teilzeit arbeiten. Ich habe Dir den Grund genannt: wenn es keine passende Kinderbetreuung gibt oder diese so teuer ist, dass es nicht mehr rentabel ist zu arbeiten, geht man in Teilzeit.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Vogel »

Tania hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 07:14

Du hattest gefragt, warum so viele Elternteile Teilzeit arbeiten. Ich habe Dir den Grund genannt: wenn es keine passende Kinderbetreuung gibt oder diese so teuer ist, dass es nicht mehr rentabel ist zu arbeiten, geht man in Teilzeit.
Nicht vergessen das Ehegattensplitting- auch das spielt bei der Entscheidung eine wichtige Rolle.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Vogel »

Tania hat geschrieben:
Eigentlich ist die Antwort simpel. ...
Ja, das kenne ich genau so von meinen Auszubildenden und Kolleginnen.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Tania »

Vogel hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 10:27
Tania hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 07:14

Du hattest gefragt, warum so viele Elternteile Teilzeit arbeiten. Ich habe Dir den Grund genannt: wenn es keine passende Kinderbetreuung gibt oder diese so teuer ist, dass es nicht mehr rentabel ist zu arbeiten, geht man in Teilzeit.
Nicht vergessen das Ehegattensplitting- auch das spielt bei der Entscheidung eine wichtige Rolle.
Das habe ich eher als "Wegbereiter" erlebt. Also wenn schon ein Elternteil wegen der Kinderbetreuung Teilzeit arbeiten muss, dann kompensiert das Ehegattensplitting wenigstens einen Teil des wegfallenden Einkommens.

Denn solange beide ähnlich verdienen, bringt besagtes Splitting ja nichts.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Vogel »

Tania hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 12:19
Das habe ich eher als "Wegbereiter" erlebt. Also wenn schon ein Elternteil wegen der Kinderbetreuung Teilzeit arbeiten muss, dann kompensiert das Ehegattensplitting wenigstens einen Teil des wegfallenden Einkommens.

Denn solange beide ähnlich verdienen, bringt besagtes Splitting ja nichts.
Wenn beide ähnlich verdienen- und das ist eben oft noch nicht der Fall. Es wird ja von Wirtschaftsexperten gemutmasst, das es durch das Ehegattensplitting überhaupt keinen Anreiz gibt, mehr zu arbeiten und mehr Lohn zu fordern.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Levyn »

Tania hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 07:14
Levyn hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 00:58 Was möchtest du mir damit jetzt sagen?
Du hattest gefragt, warum so viele Elternteile Teilzeit arbeiten. Ich habe Dir den Grund genannt: wenn es keine passende Kinderbetreuung gibt oder diese so teuer ist, dass es nicht mehr rentabel ist zu arbeiten, geht man in Teilzeit.
Die Behauptung war, dass es ja angeblich so sehr stigmatisiert sei, dass Frauen in Teilzeit arbeiten. Diese Stigmatisierung sehe ich aber gar nicht, wenn es doch das erstrebenswerteste Lebensmodell für die meisten Frauen ist. Zumal Frauen statistisch gesehen auch lieber in Teilzeit arbeiten und sich um die Familie kümmern als Vollzeit arbeiten zu gehen.
Sie entscheiden sich also aktiv dafür lieber beruflich kürzer zu treten.
Vogel hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 12:39
Tania hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 12:19
Das habe ich eher als "Wegbereiter" erlebt. Also wenn schon ein Elternteil wegen der Kinderbetreuung Teilzeit arbeiten muss, dann kompensiert das Ehegattensplitting wenigstens einen Teil des wegfallenden Einkommens.

Denn solange beide ähnlich verdienen, bringt besagtes Splitting ja nichts.
Wenn beide ähnlich verdienen- und das ist eben oft noch nicht der Fall. Es wird ja von Wirtschaftsexperten gemutmasst, das es durch das Ehegattensplitting überhaupt keinen Anreiz gibt, mehr zu arbeiten und mehr Lohn zu fordern.
Das ist heute eher der Fall als noch vor 30 Jahren. Heute heiraten ja eher Menschen von ähnlichem sozioökonomischen Hintergrund.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Tania »

Vogel hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 12:39 Wenn beide ähnlich verdienen- und das ist eben oft noch nicht der Fall. Es wird ja von Wirtschaftsexperten gemutmasst, das es durch das Ehegattensplitting überhaupt keinen Anreiz gibt, mehr zu arbeiten und mehr Lohn zu fordern.
Halte ich nicht für allzu wahrscheinlich. Laut Statista sind mit 25-30 Jahren nur ca. 15% verheiratet, mit 30-35 dann ca. 36%. Der statistisch deutlich größere Teil der jungen Erwerbstätigen profitiert also gar nicht vom Ehegattensplitting - also kann dieses auch die Lohnforderungen nicht beeinflussen. Klar, man könnte argumentieren, dass die Ehefrauen das Lohnniveau drücken ("Warum soll ich Ihnen mehr zahlen, Fräulein M., Frau S arbeitet ja auch für .. "), aber ich glaube, so groß ist der Einfluss der paar verheirateten Frauen dann doch nicht. Besonders weil zwei ungesplittete Vollgehälter ja im der Summe immer noch mehr sind als eine gesplittetete Voll/Teil-Kombination.

Ich kenn es allerdings auch nur aus dem tariflich regulierten Bereich, wo selbstverständlich derselben Tarif für Männer und Frauen gilt. Dort haben dann auch Männer und Frauen in derselben Position dasselbe verdient. Also wenn man sich in diesem Umfeld kennengelernt hat, war "gleiches Einkommen" eher die Regel als die Ausnahme. Und die Paare lebten glücklich und unvermählt, bis dann ein Kind kam. Und recht zeitnah ging dann einer der Beteiligten (meist die Mutter, wegen Stillen und sozialen Gepflogenheiten) in Teilzeit, und oft wurde dann geheiratet und entsprechend gesplittet ... und bei der nächsten Beförderung wurde die Teilzeitkraft natürlich nicht berücksichtigt, das Gehaltsgefälle stieg, die Splittingeffekte wurden größer ...

Und das Splitting kann sogar dafür sorgen, dass die besser verdienende Person in Teiiälzeit geht. Ich habe das bei einer Kollegin gesehen: sie war schon Vollzeit tätig, er studierte noch - und dann kam ein Kind. Beide haben wirklich versucht, Kinderbetreuung neben Job und Studium zu stemmen, aber eh ging einfach nicht. Und da es ein Teilzeitstudiumsmodell nicht gab, haben sie eben geheiratet, sie ging in Teilzeit und das Splitting hat ihr weggefallenes Einkommen abgefedert.
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Tania »

Levyn hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 12:42 Die Behauptung war, dass es ja angeblich so sehr stigmatisiert sei, dass Frauen in Teilzeit arbeiten. Diese Stigmatisierung sehe ich aber gar nicht, wenn es doch das erstrebenswerteste Lebensmodell für die meisten Frauen ist.
Wer sagt, dass es das erstrebenswerteste Lebensmodell für die meisten Frauen ist?
Zumal Frauen statistisch gesehen auch lieber in Teilzeit arbeiten und sich um die Familie kümmern als Vollzeit arbeiten zu gehen.
Sie entscheiden sich also aktiv dafür lieber beruflich kürzer zu treten.
Die Statistik trifft zu, die Schlussfolgerung bezweifle ich. Wie kommst Du darauf,dass sie es LIEBER tun? Vielleicht ist es einfach nur die einzige Möglichkeit - bzw. die Option "gar keine Kinder bekommen" ist noch unangenehmer.

Übrigens, rein vom Gesetz her haben stillende Frauen Anspruch auf 2 bezahlte Pausen a 45min pro 8-Stunden-Tag. Kennst Du auch nur eine einzige Mutter, die das tatsächlich in Anspruch nimmt?
Und das ohne jeglichen beruflichen Nachteil?
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Levyn »

Tania hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 13:19 Wer sagt, dass es das erstrebenswerteste Lebensmodell für die meisten Frauen ist?
Die Studien, die besagen, dass Frauen am glücklichsten sind, wenn sie in Teilzeit angestellt sind?
Tania hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 13:19 Die Statistik trifft zu, die Schlussfolgerung bezweifle ich. Wie kommst Du darauf,dass sie es LIEBER tun? Vielleicht ist es einfach nur die einzige Möglichkeit - bzw. die Option "gar keine Kinder bekommen" ist noch unangenehmer.
Es gebe doch die Möglichkeit mit dem Partner auszumachen, dass er sich auch mehr einbringt. Es gibt sogar die Option, dass der Partner Zuhause bleibt, aber stattdessen entscheidet sich Frau doch lieber selbst Zuhause zu bleiben. Ich denke das ist eine klare Präferenz.
Tania hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 13:19 Übrigens, rein vom Gesetz her haben stillende Frauen Anspruch auf 2 bezahlte Pausen a 45min pro 8-Stunden-Tag. Kennst Du auch nur eine einzige Mutter, die das tatsächlich in Anspruch nimmt?
Und das ohne jeglichen beruflichen Nachteil?
Was möchtest du mir damit sagen?
Dass das Kind 1 Jahr von seinen X Jahren auf der Welt gestillt werden muss und deine Argumentation sich natürlich auf das 1% der Jahre bezieht, in denen es auf der Welt ist?
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Re: Rolle des Einkommens bei der Partnersuche

Beitrag von Levyn »

Tania hat geschrieben: Mittwoch 5. Juni 2024, 13:06 Und da es ein Teilzeitstudiumsmodell nicht gab, haben sie eben geheiratet, sie ging in Teilzeit und das Splitting hat ihr weggefallenes Einkommen abgefedert.
Inwiefern profitiert man denn, wenn eine Vollzeitarbeitende nun in Teilzeit angestellt ist, während der Ehegatte immer noch gar nichts verdient?
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