Klassentreffen

Gedanken zum Thema "Absolute Beginner", Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt
Aurel
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Aurel »

Unkreativer hat geschrieben: Donnerstag 4. April 2024, 08:36 Das Thema scheint ja einen wunden Punkt zu treffen. Gestern eröffnet und schon so viele Beiträge. :)
Ja, Peter setzt öfters gute Themen und bei mir ist die Schulzeit ein bzw. der wunde Punkt überhaupt. Mit sehr vielen Umständen in meinem Leben bin ich ins Reine gekommen, außer der verdammten Schulzeit! :fluchen: eigentlich verwunderlich, weil alles andere lag kürzer zurück…aber die Zeit ist manchmal eben nicht relevant…
Egil
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Egil »

Unkreativer hat geschrieben: Donnerstag 4. April 2024, 08:36 Dazu kommen mehrere hundert Kilometer Anfahrt, die sich nur für 'mit dem war ich auf der Schule' nicht lohnen würden.
Bei meinem oben erwähnten 20-jährigen war einer da, den es aus dem "echten Norden" nach Klagenfurt verschlagen hat, also den südlichsten Zipfel Österreichs. Er hatte zwei Wochen vorher sein Auto verkauft, weil er dachte, es nicht mehr zu benötigen, und die Einladung erst ein paar Tage vorher erhalten, weil er mit niemandem mehr Kontakt hatte, aber irgendwer hat ihn gegoogelt und dann angeschrieben. Er hat sich dafür dann doch wieder ein Auto gekauft und ist dafür dann die 1500 km hoch getobt und nächsten Tag wieder zurück. Und eine Frau, die in Australien verheiratet ist; die hat das aber mit einem allgemeinen Familienbesuch kombiniert.
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Egil
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Egil »

Settembrini hat geschrieben: Donnerstag 4. April 2024, 06:37 Interessant war das 100jährige Jubiläum meiner ehemaligen Schule, das nun aber auch schon mehr als 20 Jahre vorbei ist. Niemand hat mich erkannt, weder vom Äußeren noch vom Charakter her.
Beim 50-jährigen Jubiläum meiner Schule ging es mir ähnlich. Die Lehrer erkannten mich nicht mehr, lag aber vielleicht daran, dass ich mit Leuten da war, die zwei Jahre später Abi gemacht haben, sodass ich da falsch "einsortiert" worden bin. Den Lehrer, den ich am liebsten wieder gesehen hätte, habe ich aber leider nicht getroffen, obwohl er zu der Zeit noch an der Schule war.
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Re: Klassentreffen

Beitrag von dfg82 »

Mein Onkel aus Hannover hat mir mal erzählt, dass er auf ein Klassentreffen eingeladen worden ist und dort wurde er dann beleidigt, weil er wegen Haarausfall eine Glatze hatte und dort in engen Radlerhosen auflief. Ich kann die anderen verstehen. :)
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Automobilist »

Egil hat geschrieben: Donnerstag 4. April 2024, 14:50 Den Lehrer, den ich am liebsten wieder gesehen hätte, habe ich aber leider nicht getroffen, obwohl er zu der Zeit noch an der Schule war.
Fürwahr, auf " Mitschüler " würde ich nonchalant verzichten können - und am Liebsten die Lehrer wiedersehen. Das aber ist längst unmöglich - sie sind alle schon im himmlischen Ruhestand da damals bereits kurz vor der Pension. Und bekanntlich ist mein Abitur 42 Jahre her...
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Peter »

relay hat geschrieben: Mittwoch 3. April 2024, 19:34 Ich habe mich mal eine Stunde zusammen mit einer ehm. guten Schulfreundin mit einer anderen ehm Mitschülerin sehr gut unterhalten. Bzw. sie hat uns mit einer freundlichkeit, eloquenz und offenheit praktisch wie ein Wasserfall erzählt. Wirklich eine bildhübsche Frau die min. 10 Jahre jünger wirkte als sie sein muss.
Nachdem diese einen Tisch weiterzog haben wir uns angeschaut und gegenseitig gefragt "Und wer war das jetzt?" Ja das war die graue Maus aus der letzten Reihe. Die, die immer allein sein wollte, fast nie etwas gesagt hat und bei jeder Klassenfahrt wegen "Krankheit" zu hause blieb. Leute können sich im Leben sehr stark ändern.
So ein ähnliches Erlebnis hatte ich auch mal. In einem Restaurant schaute eine hübsche Dame immer wieder zu mir. Hatte mir dabei nichts gedacht. Plötzlich steht sie bei mir am Tisch und sagt sinngemäß: Du erkennst mich überhaupt nicht, oder?

Und so war es auch. Sie musste mir erst ihren Namen nennen. Dann machte es klick. In der Schule war sie auch der Typus zurückgezogene graue Maus. Jetzt war sie hübsch, eloquent und redselig.
Eventuell hatte ich an dem Abend mehr mit ihr geredet als in der gesamten Schulzeit zusammen :kopfstand:
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Unkreativer »

Aurel hat geschrieben: Donnerstag 4. April 2024, 13:34 Mit sehr vielen Umständen in meinem Leben bin ich ins Reine gekommen, außer der verdammten Schulzeit! :fluchen: eigentlich verwunderlich, weil alles andere lag kürzer zurück…aber die Zeit ist manchmal eben nicht relevant…
Die Schulzeit nimmt halt einen großen Teil der Zeit in einer wichtigen Entwicklungsphase im Leben ein in der die Kinder und Jugendlichen noch nicht so gefestigt sind.
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Kisuli »

Ich würde nicht hingehen, ich habe mit den Leuten von damals keinen Kontakt mehr und es wäre nur merkwürdig, da zwischen lauter im Grunde Fremden zu sitzen, denen ich heute nur noch weniger zu sagen habe als damals. Ich möchte auch nicht so gern von anderen durch die Schulzeit-Brille angeschaut werden und will z.B. auch nicht, dass mich jemand mit meinem damaligen Spitznamen anspricht.
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Egil »

Kisuli hat geschrieben: Freitag 5. April 2024, 16:17 ... und will z.B. auch nicht, dass mich jemand mit meinem damaligen Spitznamen anspricht.
Auf "Häuptling Zarte Krokusblüte" hätte ich jetzt auch keine Lust. :lach: Aber gut, das war meine Arschl...klasse, in der ich zuerst war.
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Godyy »

Egil hat geschrieben: Freitag 5. April 2024, 19:14
Kisuli hat geschrieben: Freitag 5. April 2024, 16:17 ... und will z.B. auch nicht, dass mich jemand mit meinem damaligen Spitznamen anspricht.
Auf "Häuptling Zarte Krokusblüte" hätte ich jetzt auch keine Lust. :lach: Aber gut, das war meine Arschl...klasse, in der ich zuerst war.
Lass dir den Patentieren. Nicht das irgendwann ein Neuer User sich damit hier anmeldet.
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Reinhard »

Ich war auf einem Klassentreffen und fand es ganz intessant, zu erfahren, dass manche Leute doch recht weit rumgekommen sind. Hätte ich von unserer nicht-sonderlich-auffälligen Klasse eigentlich nicht erwartet. :shy:

Insofern hat es sich für mich gelohnt. :daumen: Ich bin aber auch von der Vergleicheritis verschont geblieben, dass es mich runterziehen würde, wenn andere "weiter" gekommen bin als ich, da überwiegt bei mir Neugier. Aber das geht halt vielleicht nicht jedem so.
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Re: Klassentreffen

Beitrag von randomguy »

Mich hat letztens auch eine Einladung zu sowas erreicht aber ich hab keine Ahnung ob ich da überhaupt hingehen will.
Reinhard
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Reinhard »

randomguy hat geschrieben: Sonntag 7. April 2024, 06:41 Mich hat letztens auch eine Einladung zu sowas erreicht aber ich hab keine Ahnung ob ich da überhaupt hingehen will.
Dazu Weisheiten eines :opa: :

Der Ärger über "hätte ich mir sparen können" verfliegt. Die Frage "was wäre, wenn ich hingegangen wäre" die bleibt dir bis an dein Lebensende.
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Re: Klassentreffen

Beitrag von randomguy »

Reinhard hat geschrieben: Sonntag 7. April 2024, 09:23
randomguy hat geschrieben: Sonntag 7. April 2024, 06:41 Mich hat letztens auch eine Einladung zu sowas erreicht aber ich hab keine Ahnung ob ich da überhaupt hingehen will.
Dazu Weisheiten eines :opa: :

Der Ärger über "hätte ich mir sparen können" verfliegt. Die Frage "was wäre, wenn ich hingegangen wäre" die bleibt dir bis an dein Lebensende.
In deinem :opa: Leben ist es ja so einfach.
Noch ist kein Termin festgelegt oder bekannt wer da alles teilnimmt/nicht teilnimmt.

Für mich selbst würde das ganze Wochenende flöten gehen und ich müßte eine ganze Tankfüllung verballern.
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Reinhard »

randomguy hat geschrieben: Sonntag 7. April 2024, 09:38
Reinhard hat geschrieben: Sonntag 7. April 2024, 09:23 Der Ärger über "hätte ich mir sparen können" verfliegt. Die Frage "was wäre, wenn ich hingegangen wäre" die bleibt dir bis an dein Lebensende.
Für mich selbst würde das ganze Wochenende flöten gehen und ich müßte eine ganze Tankfüllung verballern.
Das sind die Rationalisierungen für den Ärger "hätte ich mir sparen können". :brille1:
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Tania »

Angst vor Vergleicheritis hatte ich bei Klassentreffen nie. Ich bin mit meinem Leben halbwegs zufrieden, und bei der Hälfte, mit der ich nicht zufrieden bin, habe ich immerhin alles versucht, was in meiner Macht stand. Niemand schafft alles, und wenn jemand etwas von dem erreicht hat, was ich nicht hinbekommen habe, gibt es garantiert auch etwas, was der im Gegensatz zu mir nicht geschafft hat. Also kein Grund, mich irgendwie mies zu fühlen.

Trotzdem bin ich mit extrem miesen Gefühlen zu meinem ersten Klassentreffen, 20 Jahre nach dem Abschluss der 10.Klasse gefahren. War zwar neugierig, was aus den Leuten so geworden ist, aber hatte nicht so viel Lust, den Leuten gegenüber zu treten, die mich jahrelang gemobbt und regelmäßig verprügelt haben. War durchaus interessant. Die Freundinnen, die ich ab der 8.Klasse hatte, waren völlig unterschiedliche Wege gegangen - eine (die ich als sehr schüchtern und naiv in Erinnerung hatte) hat mit 18 geheiratet, ist Mutter geworden und arbeitete bei ihrem Vater im Büro, die andere ist Single geblieben und Psychologin geworden. Die anderen Mädels haben ihr Leben auch gut in den Griff bekommen - sogar die aus der Alkoholikerfamilie, die schon mit 15 die zweite Abtreibung hatte. Bei den Jungs war es durchwachsen. Der stille Junge aus streng katholischer Familie hatte sich umgebracht, drei andere (unter ihnen einer meiner Hauptmobber) trafen sich offensichtlich regelmäßig zum Saufen (und mussten dann auch nach dem Klassentreffen zum Taxi geschleppt werden), der, der immer bei mir abgeschrieben hat, weil er für seine Lehrstelle eine 3 brauchte, hatte die Lehre erfolgreich beendet und führte seine eigene Tischlerei - und mein Hauptmobber war als Personenschützer tätig (Leute verprügeln kann er ja) und hat vom Tod seines einjährigen Kindes erzählt ... :( Und ich merkte so langsam, wie meine jahrelanger Hass auf diese Leute durch Mitleid ersetzt wurde ... Irgendwann später hat mich dann noch eine Mitschülerin auf ihn angesprochen und gesagt, dass sie sich freut, ihn mal wieder zu sehen. Und ich hab ihr gesagt, dass ich mich weniger freue, weil er mich damals halt so oft geschlagen hat. Sie war völlig entsetzt, sie hatte das damals nie mitbekommen ... Somit konnte ich dann auch den Gedanken "Alles wissen es, aber keiner tut was dagegen" begraben und durch ein "Wenn Du Hilfe brauchst, musst Du das den Leuten deutlich sagen!" ersetzen. Keine Ahnung ob sie mir tatsächlich geholfen hätten .... aber schon das Wissen, dass es diesem Mädchen nicht egal gewesen wäre, war hilfreich.

Ein paar Jahre später war dann das Treffen meines Abijahrgangs. Jemand hatte alte Fotos mitgebracht und zeigte sie herum und erzählte von den tollen Partys ... und zu meiner Verwunderung war ich auf den meisten Fotos mit drauf und hatte in vielen der Partyerinnerungsgeschichten eine durchaus positive Rolle. Komisch, meine Eigenwahrnehmung war eigentlich "Naja, ich werde geduldet, gehöre aber nicht wirklich dazu und stehe eher unbemerkt am Rand".

Fazit: die Klassentreffen waren nicht unbedingt Highlights meines Lebens. Aber sie haben mir sehr geholfen, paar Dinge aufzuarbeiten und in meinem Kopf gerade zu rücken. Und ich habe einige interessante Lebensgeschichten erfahren. Insgesamt gesehen war es die Reise(n) und die Zeit durchaus wert.
Alle unsere Streitereien entstehen daraus, dass einer dem anderen seine Meinung aufzwingen will. (Mahatma Gandhi)
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Re: Klassentreffen

Beitrag von relay »

Die Eigen- und Fremwahrnehmung können sich da schon sehr unterscheiden. Das ist auch etwas was ich beim letzten Klassentreffen mitbekommen habe. Die Leute hatten mich als lustig und kommunikativ in Erinnung ich selbst hätte gesagt ich war schon damals extrem still und depressiv. Mag daran liegen das ich Jahrzehnte lang nach außen eine Rolle gespielt habe um die innerlichen Abgründe zu verstecken (das mache ich heute nicht mehr).

Da liegt aber ein wenig die Crux an der Sache, wie auch Tania schon sagte. Wenn keiner weiß wie schlecht es einem wirklich geht kommt auch niemand um dir zu helfen. Bei einem selbst bleibt ein etwas düsteres Menschenbild zurück und man wird noch mißtrauischer.

Ein anderes Beispiel auch vom Klassentreffen, am späteren Abend hat sich ein Mitschüler zu mir gesetzt und gesagt "Also was du damals für mich getan hast, dafür bin ich dir heute noch dankbar". Ich hatte wirklich keinerlei Ahnung was er meinte. Wirklich 0. Er hat es mir dann erzählt er (relativ klein, sehr schmächtig) wurde regelmäßig von drei Typen aus einem anderen Jahrgang gemobt und auch geschlagen. Ich (damals schon gut 1,90 und bestimmt 120kg) kam da wohl einmal zufällig dazu und hab die verscheucht und wohl irgendwas zu ihnen gesagt. Danach hatte er Ruhe. Für mich schon damals so unbedeutend das ich mich auch heute daran nicht wirklich erinnern kann. Für ihn damals eine gigantische Sache wofür er sich noch 20 Jahre später bedankt hat. Ich hab schon damals nicht verstanden warum er zu mir immer so freundlich war (hab mich schon damals mit Menschen schwer getan), jetzt weiß ichs.

Daran sieht man aber sehr deutlich den Unterschied in der Wahrnehmung.
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Re: Klassentreffen

Beitrag von randomguy »

Reinhard hat geschrieben: Sonntag 7. April 2024, 09:49
randomguy hat geschrieben: Sonntag 7. April 2024, 09:38
Reinhard hat geschrieben: Sonntag 7. April 2024, 09:23 Der Ärger über "hätte ich mir sparen können" verfliegt. Die Frage "was wäre, wenn ich hingegangen wäre" die bleibt dir bis an dein Lebensende.
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Das sind die Rationalisierungen für den Ärger "hätte ich mir sparen können". :brille1:
Nö das sind erst mal harte Fakten auf Grund der Distanz!
Und so lange ich kein Datum habe ist sowieso alles Jacke wie Hose. :frech:
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Solstice
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Re: Klassentreffen

Beitrag von Solstice »

Bei uns gibt es keine Klassen- bzw. Stufentreffen, dazu war der Zusammenhalt viel zu schlecht.

Meine Mobber waren alle sportlich, schulisch und sozial erfolgreiche Menschen. Ich möchte mir nicht antun, zu sehen, was sie alles Tolles erreicht haben. Einen groben Einblick hatte ich bis vor ein paar Jahren schon über Facebook. Zum Glück hab ich mich dort gelöscht.
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NeC
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Re: Klassentreffen

Beitrag von NeC »

Ich recycle mal ein wenig aus meinen älteren Beiträgen...

Vor etlichen Jahren hatten wir ein Klassentreffen aus der Grundschule. Ich war da noch HC-AB, und habe, auch ein wenig als eigenes "Kommunikationstraining", meine Mitschüler ausfindig gemacht und eingeladen. Auf dem Treffen habe ich dann auch offen erzählt, dass ich zwar einen schönen und spannenden Job habe, es aber mit der Partnersuche unfreiwillig irgendwie nicht hat klappen wollen. Keine Ahnung, ob das nun der Auslöser war, aber jedenfalls kam so gut wie keine Protzerei auf (ausgenommen von denen, die ich schon damals als Deppen erkannt hatte ;) ), und es war davon abgesehen eine interessante Runde mit etlichen, teilweise sehr unterschiedlichen Lebensverläufen.

Gut, ich hatte den Vorteil, dass ich selbst nicht das Gefühl hatte komplett versagt zu haben, da es ja immerhin mit Ausbildung und Job ganz gut geklappt hat. Aber mal ehrlich - komplett versagt hat doch eigentlich kaum jemand. Oft redet man sich das ein, weil man die eigenen Erfolge nicht sehen will oder als zu mickerig ansieht. Oder man hadert mit Ereignissen oder Gegebenheiten, an denen man keine Schuld trägt. Sofern ihr also zumindest ein wenig Neugierig auf die Lebensverläufe der anderen seid, möchte ich euch ermuntern, euch nicht nur auf die Treffen zu trauen, sondern der dort versammelten Mannschaft auch am eigenen Beispiel zu zeigen, dass eben nicht immer alles sauber nach Plan läuft. Meiner Erfahrung nach lässt das viele ebenfalls hinter ihrer "Heile-Welt"-Fassade hervortreten, und dann wird es ein spannender Abend!

Viele Menschen denken offenbar, auf solchen Treffen eine tolle Heile-Welt-Fassade bieten zu müssen, um nicht dumm da zu stehen. Wenn dann einer anfängt mit "Naja, also mit XYZ ist es irgendwie nicht so gelaufen, wie ich mir das gewünscht habe..." fallen den Leuten die Geschichten ein, die sie eigentlich vertuschen wollten, und werden damit zu einem verbindendem Element. Und da eine sehr menschliche Eigenschaft das spiegeln des Gegenübers ist, wird diese Geschichte dann auch eher mal preisgegeben.
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