Schwierige Themen besprechen

Gedanken zum Thema "Absolute Beginner", Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt
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katebe
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Schwierige Themen besprechen

Beitrag von katebe »

Hallo zusammen,

ich denke, jede*r von uns hat ab und zu ein Problem, das ihn oder sie belastet. Etwas, dass Angst, Unsicherheit, Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit verursacht. Ich möchte gerne wissen, wie ihr mit für euch schwierigen Themen umgeht. Das Thema selbst ist unwichtig, es geht mir darum, wie ihr handelt und warum, wenn ich euch etwas belastet. Es geht mir auch nicht um Strategien, die im „Alleingang“ durchgeführt werden, wie z.B. Ablenkung oder Yoga, sondern darum, ob ihr bei sowas in Kontakt nach außen geht. Also: Redet ihr mit anderen darüber oder macht ihr es mit euch selbst aus? Und wenn ihr darüber redet: wieso? Was macht das mit euch? Fällt euch das leicht oder schwer? Musstet ihr das lernen? Wenn ihr nicht darüber redet: wieso nicht? Würdet ihr gern, aber habt zu viel Angst? Oder niemanden zum Reden?
Daisy_Chain
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von Daisy_Chain »

Ich würde sagen es ist gemischt. Es gibt da 3 verschiedene Arten von Problemen.

Die Probleme an denen ich selbst schuld bin. Nicht alles was ich tue finde ich gut aber ich tue es trotzdem und es ist mir bewusst. Über solche Themen würde ich mit niemandem sprechen.

Dann gibt es Probleme die auftauchen für die man eine Lösung möchte. Ich möchte die Lösung eigentlich immer erst mal für mich alleine suchen und spreche mit anderen nur darüber wenn ich konkret ihre Hilfe brauche oder wenn die Veränderung eigentlich schon eingeleitet ist und sowieso nach außen sichtbar werden würde.

Und dann gibt es Probleme die mich nicht so sehr belasten dass ich etwas ändern möchte. Oder auch Dinge die sich einfach nicht ändern lassen. Die unverschuldet von außen zu mir gelangt sind. Da möchte ich dann manchmal einfach davon erzählen und ein bisschen Mitgefühl ohne große Ratschläge.

Warum möchte ich nicht über alles sprechen? Ich will mich in meinen Entscheidungen eigentlich nicht beeinflussen lassen. Ich habe damit schlechte Erfahrungen gesammelt. Was gut für andere ist ist nicht unbedingt gut für mich.

Warum möchte ich manchmal Dinge erzählen? Weil sich Verheimlichen schlecht anfühlt. Und manchmal auch weil man sich schuldig fühlt aber das gegenüber bestätigt es liegt nicht an Dir. Das hilft mir dann ungemein drüber hinweg zu kommen
Egil
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von Egil »

Ich bin es gewohnt, meine Probleme selbst zu lösen. Fremde können es eh nicht verstehen, dazu stand ich immer zu weit außerhalb der Norm, und die einzige Person, der ich wirklich vertraue (meine Mutter, und vor ihrem Tod meine Oma), versuche ich möglichst nicht mit meinen Sorgen zu belasten. Im Gegenteil, ich habe immer versucht, für sie stark zu sein, so etwas wie der perfekte Sohn.
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Samedi
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von Samedi »

Ich ziehe mich zurück.
Denke viel nach.
"Wunden lecken" könnte man es nennen.
I.d.R. will ich dann vorallem für mich sein.
Mit anderen zu sprechen gibt mir nichts.
Dabei kommen sowieso nur Missverständnisse oder Allgemeinplätze bei rum, die nicht hilfreich sind und sich auf meine konkrete Situation auch gar nicht anwenden lassen.
Aufmerksamkeit zum bekommen ist für mich absolut unwichtig. Häufig sogar unangenehm.
Ich könnte mir vorstellen, dass es da draußen Menschen gibt, die ich in diesen Momenten gerne um mich haben würde. - Aber ich kenne sie nicht. Das war schon immer so.

Körperliche Nähe würde ich mir in solchen Momenten eher wünschen.
In den Arm genommen werden, ohne viel zu reden.
Aber das ist in meinem Leben noch nie vorgekommen.
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Settembrini
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von Settembrini »

Vieles von dem, was Daisy_Chain weiter oben angab, trifft auch auf mich zu.

Im Laufe meines Lebens hat sich die Öffnung aber generell geändert. Früher war ich eher darauf aus, es wie Samedi zu handhaben und verkroch mich. Ich war ein Misanthrop und hatte vor allem in meiner Jugend fast nur ausgesprochen schlechte Erfahrungen mit anderen Menschen sammeln müssen.

Heute verfüge ich über einer gesunden Fülle von Freundschaften. Diese sind alle für verschiedene Dinge wichtig in meinem Leben. Ein Abmessen der Güte wie bei Zutaten zum Backen eines Kuchens ist dabei unmöglich, da meine Freundschaften in unterschiedlichen Lebensbereichen für mich da sind oder ich für sie.

Doch gibt es immer noch Thematiken, die ich mit niemandem bespreche. Ich halte das für legitim und erwarte das im Grunde von jedem Menschen in ähnlicher Form. Es sind Fragen des Lebens, die durch andere Menschen sich nicht ändern lassen würden, die aber niemals jemandem geschadet haben und die ich für mich in meinem kleinen Schatzkästchen namens Erinnerung verschlossen halte.
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NeC
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von NeC »

In der Akutphase mache ich es so gut wie immer mit mir selbst aus.

Es gibt wenig Menschen, die mich gut genug kennen und denen ich gleichzeitig auch genügend vertraue, damit mir ein offenes Gespräch mit ihnen in so einer Situation mehr hilft als zusätzlich zu belasten. Meine Ex-Freundin war während unserer Beziehung z.B. eine Ausnahme. Unter anderem war die Trennung auch deshalb hart, weil die eine Person, die mich vermutlich am besten kannte, wieder zu einer Fremden wurde.

Wenn das Problem schon nicht mehr so akut, und die Situation passend ist, kann es schon sein, dass ich das Thema in vertrauterer Runde oder mit guten Kumpels erwähne. Da tut es mir gut, mich auch mal zu öffnen, und da das dann oft auch gespiegelt wird, das Band des Vertrauens und der gegenseitigen Wertschätzung im engeren Kreis zu stärken.

Manchmal kommt es sogar auch vor, dass ich ein schwierigeres Thema auch in weniger vertrauten Runden (Arbeitskollegen etc.) durchschimmern lasse. Da geht es mir dann in erster Linie darum, auch dort eine vertrauensvollere Verbindung zu schaffen bzw. ein Angebot dafür zu signalisieren, aber gleichzeitig auch zu schauen, wie die Menschen darauf reagieren, um sie so besser einschätzen zu können.
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time4change
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von time4change »

Die erste Frage wäre:
Mit wem KÖNNTE ich etwaige "schwierige Themen" besprechen?

In irgendeiner Kneipe über den Tresen hinweg zwischen dem fünften und achten Bier den Kneipier (der nicht weglaufen kann ;) ) damit vollzulabern ist irgendwie nicht mein Stil...
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von Godyy »

Ich mache es mit mir aus. Dieses ganze Thema Zurückgezogenheit, in sich gekehrt, Schüchter, Spätzünder usw. zieht sich wie ein roter faden durch mein ganzes leben. Ich würde sagen, es ist längst chronisch, jeder Ausbruch ist ein Machtkampf gegen 39 Jahre Prägung und Veranlagung. Ich habe mich nie in den Vordergrund gedrängt.
Wenn ich darüber spreche, was selten ist, dann nie direkt, sondern so drumherum. Ich denke, dass nur Menschen, denen es ähnlich ergangen ist, dafür Verständnis hätten. Bei anderen hätte ich Angst vor Ablehnung. Ich wähle meine Worte sorgfältig.
So gesehen habe ich niemanden, um darüber zu reden. Was mich so beschäftigt, wissen eigentlich nur Leute hier und z.b in bestimmten Facebookgruppen.
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von RomNey »

katebe hat geschrieben: Sonntag 24. März 2024, 07:23 Also: Redet ihr mit anderen darüber oder macht ihr es mit euch selbst aus? Und wenn ihr darüber redet: wieso? Was macht das mit euch? Fällt euch das leicht oder schwer? Musstet ihr das lernen? Wenn ihr nicht darüber redet: wieso nicht? Würdet ihr gern, aber habt zu viel Angst? Oder niemanden zum Reden?
Habe früher alles mit mir selber ausgemacht.
Wae für mich sehr ungesund.
Es tut mir gut die Sachen mal raus aus dem System zu bekommen, auch wenn man "nur" ein zuhörendes Ohr hat.
Viele Menschen sind auch hilfreich, geben Tipps, sorgen sich oder zeigen Mitgefühl.

Dinge die ich über Jahre mit mir selber ausgemacht habe und nie zu einer Lösung gekommen bin, könnten dann mit einem Fingerschnippen und kurzen Gespräch gelöst sein.

Mir fällt es sehr leicht über alles mogliche zu reden.
Weil es immer Menschen gibt die ähnliches oder gar schlimmeres erlebt haben.

Nicht drüber geredet habe ich weil ich mich geschämt habe.
Ich immer dachte ich bin der einzige mit solch Problemen.
Bzw. War immer verblüfft wie andere so leicht durchs leben kommen, trotz dieser großen Probleme.

Habe in meinem Leben mehrere Menschen zu denen ich mit jedem Problem gehen kann.
Und zur not hab ich den healthygamer 😉
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von katebe »

RomNey hat geschrieben: Montag 25. März 2024, 10:37 Habe früher alles mit mir selber ausgemacht.
Wae für mich sehr ungesund.
Es tut mir gut die Sachen mal raus aus dem System zu bekommen, auch wenn man "nur" ein zuhörendes Ohr hat.
Viele Menschen sind auch hilfreich, geben Tipps, sorgen sich oder zeigen Mitgefühl.

Dinge die ich über Jahre mit mir selber ausgemacht habe und nie zu einer Lösung gekommen bin, könnten dann mit einem Fingerschnippen und kurzen Gespräch gelöst sein.
Interessant, ich habe nämlich den Eindruck, dass es bei mir auch so sein könnte. Der Tenor scheint ja zu sein, Dinge lieber mit sich selbst zu klären (grob gesagt, die meisten haben natürlich mehr differenziert) und das war auch jahrelang meine Devise. Aber ich merke in den letzten zwei, drei Jahren, dass ich mich immer mehr nach Verbindung mit anderen Menschen sehne. Und ich frage mich, wie das gehen soll, wenn ich mich nicht traue, ehrlich zu sein und mich auch mal verletzlich zu zeigen. Ich arbeite dran, aber es fällt mir einfach wahnsinnig schwer.
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von Reinhard »

katebe hat geschrieben: Sonntag 24. März 2024, 07:23 Also: Redet ihr mit anderen darüber oder macht ihr es mit euch selbst aus? Und wenn ihr darüber redet: wieso? Was macht das mit euch? Fällt euch das leicht oder schwer? Musstet ihr das lernen? Wenn ihr nicht darüber redet: wieso nicht? Würdet ihr gern, aber habt zu viel Angst? Oder niemanden zum Reden?

Ich habe es nie gelernt. Ich möchte niemanden mit meinen Problemen belästigen und ich denke mir dann auch, mir kann eh niemand helfen oder es wäre nur nervig für den anderen. Das verteilt sich etwas auf ein Spektrum ... die kleinen Probleme sind so trivial, dass sie nervig wären; und die großen Probleme sind die, bei denen eh keiner helfen kann.


Naja und dann noch ... wenn man nie mit jemand über Probleme geredet hat, wäre es merkwürdig, auf einmal damit anzufangen. :oops:

Man wird wunderlich, wenn man sich länger mit niemand austauscht. :opa:
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von Levyn »

katebe hat geschrieben: Dienstag 26. März 2024, 08:26
RomNey hat geschrieben: Montag 25. März 2024, 10:37 Habe früher alles mit mir selber ausgemacht.
Wae für mich sehr ungesund.
Es tut mir gut die Sachen mal raus aus dem System zu bekommen, auch wenn man "nur" ein zuhörendes Ohr hat.
Viele Menschen sind auch hilfreich, geben Tipps, sorgen sich oder zeigen Mitgefühl.

Dinge die ich über Jahre mit mir selber ausgemacht habe und nie zu einer Lösung gekommen bin, könnten dann mit einem Fingerschnippen und kurzen Gespräch gelöst sein.
Interessant, ich habe nämlich den Eindruck, dass es bei mir auch so sein könnte. Der Tenor scheint ja zu sein, Dinge lieber mit sich selbst zu klären (grob gesagt, die meisten haben natürlich mehr differenziert) und das war auch jahrelang meine Devise. Aber ich merke in den letzten zwei, drei Jahren, dass ich mich immer mehr nach Verbindung mit anderen Menschen sehne. Und ich frage mich, wie das gehen soll, wenn ich mich nicht traue, ehrlich zu sein und mich auch mal verletzlich zu zeigen. Ich arbeite dran, aber es fällt mir einfach wahnsinnig schwer.
Das war auch sonst immer meine Devise, dass ich es mit mir selbst kläre, aber seit etwa einem Jahr spreche ich mit meinen Freunden über meine Probleme und es geht mir dadurch hundert mal besser. Sie müssen noch nicht mal etwas dazu sagen. Es reicht, wenn mir ein Ohr geschenkt wird. Danach fühlt es sich so an als wäre eine Blockade im Kopf gelöst worden. Es hilft mir ungemein einfach nur meine Gedankengänge zu verbalisieren und Verständnis zu erfahren. Früher war das eher so, dass meine Gedanken um ein Problem gekreist sind und ich ständig nur darüber gegrübelt habe. Im Endeffekt hat das also gar nichts gebracht und Probleme haben sich eher aufgestaut als dass sie gelöst wurden.
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von DocSumisu »

Ich mache es zum Teil mit mir aus. Also, so, dass ich, wenn ich mit dem Problem nach Außen gehe, nicht bei null anfangen muss, sondern zeigen kann, ich hab versucht weiter zu kommen. Außerdem mag ich den Blick von Außen und anderen Input. Irgendwann verstrickt man sich in seinen Gedanken. Ich erzähle das aber weder wahllos noch jede Person jedes Problem. Manche sind für das, was ich haben möchte, besser geeignet. Also, die Art der Lösungsansätze. Manches Mal reicht mir aber auch ein freundschaftlicher Rat verbunden mit Empathie und zuhören. Ein anderes Mal sind professionellere Lösungsansätze nötig.
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von RomNey »

katebe hat geschrieben: Dienstag 26. März 2024, 08:26
RomNey hat geschrieben: Montag 25. März 2024, 10:37 ...
Interessant, ich habe nämlich den Eindruck, dass es bei mir auch so sein könnte. Der Tenor scheint ja zu sein, Dinge lieber mit sich selbst zu klären (grob gesagt, die meisten haben natürlich mehr differenziert) und das war auch jahrelang meine Devise. Aber ich merke in den letzten zwei, drei Jahren, dass ich mich immer mehr nach Verbindung mit anderen Menschen sehne. Und ich frage mich, wie das gehen soll, wenn ich mich nicht traue, ehrlich zu sein und mich auch mal verletzlich zu zeigen. Ich arbeite dran, aber es fällt mir einfach wahnsinnig schwer.
Was mir geholfen hat war die Erkenntnis das es allen so geht.
Jeder hat diverse Probleme, Sorgen usw.

Ich habe vor einiger Zeit quasi einen Speedrun hin gelegt, wenn es das darum geht eigene Probleme anderen an den Kopf zu werfen.
Habe mit ungefähr jedem in meinem Umfeld über all meine Probleme geredet, wie scheiße meine Kindheit war, Therapie wegen Alkohol gemacht, Absoluter beginner usw.

Habe mein Umfeld als Ersatztherapie missbraucht, wenn man so möchte.

Es hat mir unendlich viel gebracht.
Die Geschichte die ich jedes mal erzählt habe, wurde jedes mal frisiert, weil man sich an immer mehr Dinge erinnert hat.
Alleine dadurch das man es nochmal erzählt hat oder auch weil mein Gegenüber von sich erzählt hat und es Parallelen gab.
So habe ich die 2,3 Menschen in meinem Umfeld gefunden, die sich gerne meinen Scheiß anhören, ähnlichen Kram durch gemacht haben und hier und da hilfreiche Tipps geben können.
(wobei ich da aktuell überhaupt keinen Bedarf mehr habe, fühlt sich für mich erstmal durch gespielt an. Viele der Dinge die ich früher als Problem sah, sind es erstmal nicht mehr, oder landen in der todoliste erstmal ganz weit unten...habe aber auch 1-2 Jahre jede freie Minute und jede Energie in mich gesteckt, brauche erstmal ne Auszeit)

Ich würde das heute aber wohl nicht nochmal so machen.
Was schade wäre, weil ich mich auch bei der vermeintlichen "Zicke" und dem "Arschloch" geöffnet habe.
Mit denen ich jetzt etwas besser klar komme, weil ich nun auch besser weiß wo sie her kommen, warum sie so sind...
Aber habe leider auch viele sehr damit belastet.
Da war der ein oder andere Mensch dabei die hochsensibel sind, mind. da hätte ich es lieber gelassen.
Aber man kann es vorher auch nicht wissen...

Es hätte gereicht das in meinem engeren Umfeld zu tun.
Also in meinem Fall die besten Freunde.


So sorry schon wieder nur von mir gelabert 🙈

Die Frage ist, warum traust du dich nicht, dich zu öffnen.
Dich "verletzlich" zeigen.
Was bedeutet das überhaupt für dich?
Ich habe oft gesagt bekommen, das würde ich aber so nicht einfach erzählen.
Ja, warum denn nicht?
Weil man sich angreifbar macht?!
Das habe ich bis heute nicht verstanden.
Weil alle die das irgendwie nutzen um dich "anzugreifen" einfach nur scheinheilig sind.
Und ja eigentlich auch nur der Abschaum der Menschheit.
Menschen mit denen man eh nichts zu tun haben möchte, Menschen die man besser ignoriert.
Also, so ist das zumindest in meinem Kopf.
Die einen kennen mich, die anderen Können mich!

Ich denke bei jedem Menschen wo man denkt, dem erzähle ich das lieber nicht, damit mache ich mich angreifbar, ist es eh nicht wert.
Also wo man die Befürchtung hat, er/sie würde es rum erzählen oder sich nur drüber lustig machen oder was auch inmer...
(was ich irgendwie umgangen bin, indem ich mit jedem drüber gesprochen habe und es in meinem Kopf bei den anderen über mich dann immmer so aussah: "ey der romney hat mir erzählt der hat noch nie gefickt gnihihiihi"
"ja, ich weiß hat er mir grad erzählt"
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von katebe »

Reinhard hat geschrieben: Dienstag 26. März 2024, 21:15 Man wird wunderlich, wenn man sich länger mit niemand austauscht. :opa:
Das glaube ich auch. Nun bin ich glücklicherweise ganz normal sozial eingebunden, es ist also nicht so, dass ich mich mit niemandem austausche. Ich habe nur den Eindruck, es wird für mich Zeit, dass ich mich auf neue Ebene des Austausches begeben sollte.
Meine Mutter hat übrigens bis vor ein paar Jahren noch zu mir gesagt, dass ich endlich eine Freundin finden soll, damit ich nicht wunderlich werde :D
Levyn hat geschrieben: Dienstag 26. März 2024, 23:44 ...
DocSumisu hat geschrieben: Mittwoch 27. März 2024, 00:05 ...
Danke, ich verstehe eure Punkte und sehe das im Prinzip auch so, vor allem den Aspekt des sich Verfangens in den eigenen Gedanken und dem Blick von außen, der manchmal einen Knoten lösen kann. Das wär ein weiteres Argument dafür, sich zu öffnen.
RomNey hat geschrieben: Mittwoch 27. März 2024, 07:04 Die Frage ist, warum traust du dich nicht, dich zu öffnen.
Dich "verletzlich" zeigen.
Was bedeutet das überhaupt für dich?
Ich habe oft gesagt bekommen, das würde ich aber so nicht einfach erzählen.
Ja, warum denn nicht?
Weil man sich angreifbar macht?!
Ich kenne mittlerweile meine Antworten auf diese Fragen und weiß, woher diese Angst kommt. Das "Sich angreifbar machen" ist ja so ein Klassiker, aber das ist es bei mir tatsächlich nicht. Auch dir danke für deinen Input, es scheint ja doch welche hier zu geben, die gelernt haben, sich mitzuteilen und damit positive Erfahrungen gemacht haben :)
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von RomNey »

katebe hat geschrieben: Mittwoch 27. März 2024, 17:12 ...

Ich kenne mittlerweile meine Antworten auf diese Fragen und weiß, woher diese Angst kommt. Das "Sich angreifbar machen" ist ja so ein Klassiker, aber das ist es bei mir tatsächlich nicht. Auch dir danke für deinen Input, es scheint ja doch welche hier zu geben, die gelernt haben, sich mitzuteilen und damit positive Erfahrungen gemacht haben :)
Gerne.
Freut mich das du zumindest ein wenig daraus ziehen konntest. ☺️

Ich finde dieses Forum ist ein super Ort um mal die Füße ins Wasser zu halten und zu schauen wie es sich anfühlt.
Mit den Stützrädern der Anonymität und der Fakt das hier (fast) alle zumindest ein großes Problem schon mal erzählt haben, eine "Schwäche" preis gegeben haben.
Und man (auch dadurch) vermutlich deutlich mehr Verständnis erhalten wird als da draussen.
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von LesHommes »

Das musste ich auch lernen und ich lerne immer weiter. Ich brauche viel Ruhe und Rückzug, um zwischenmenschliche Probleme und Enttäuschungen oder Trauer zu verarbeiten. Es okkupiert mich oft sehr lange. Aber ich beginne bereitwilliger, auch mein Umfeld um Rat zu fragen, was einerseits eine Erleichterung ist als auch schneller hilft, einen Umgang mit schwierigen Themen zu finden. Der Rückzug hilft dann, einen gedanklichen Abschluss oder eine Strategie für den weiteren Weg zu finden.

Ich merke, dass mir Kontakt mit anderen hilft, schneller zu einer Lösung „für mich“ zu kommen und das Thema ad Acta zu legen. Dadurch verharre ich nicht so lange in einer Grübelposition.
Everyone is in one room, but I’m in the next room.
Seb-X
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Re: Schwierige Themen besprechen

Beitrag von Seb-X »

Egil hat geschrieben: Sonntag 24. März 2024, 08:26 Ich bin es gewohnt, meine Probleme selbst zu lösen. Fremde können es eh nicht verstehen, dazu stand ich immer zu weit außerhalb der Norm, und die einzige Person, der ich wirklich vertraue (meine Mutter, und vor ihrem Tod meine Oma), versuche ich möglichst nicht mit meinen Sorgen zu belasten. Im Gegenteil, ich habe immer versucht, für sie stark zu sein, so etwas wie der perfekte Sohn.
Sehr gut. Genauso mache ich das auch.
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