Partner mit Migrationshintergrund

Gedanken zum Thema "Absolute Beginner", Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt
Kisuli
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Kisuli »

Ich denke, man findet immer diejenigen Menschen attraktiv, mit denen man sich längere Zeit umgibt und mit denen man sich regelmäßig beschäftigt. Wer nicht viel mit Menschen anderer Herkunft oder Ethnie zu tun hat, hat sicherlich erstmal einen Haufen Bedenken bei dem Gedanken. Für mich ist ein Migrationshintergrund - komisches Wort - bei einem Partner inzwischen eher ein Muss als ein No Go.
Persönlich kann ich rückblickend sagen, dass ich bis etwa Anfang meiner 20er einen nichtdeutschen Partner eher ausgeschlossen hätte, wegen Sprachbarriere, kultureller Unterschiede und der üblichen anderen potentiellen Probleme. Meine ersten Datingerfahrungen hatte ich mit ganz normalen Deutschen von nebenan. Leider war über viele Jahre hinweg kein Mann dabei, der ernsthaftes Interesse an meiner Person hatte. Ob das daran lag, dass es Deutsche waren, kann ich rückblickend natürlich nicht sagen, aber es scheint mir schon möglich zu sein, dass gewisse Aspekte unserer Mentalität ein Faktor waren. Gegen Ende meines Studiums habe ich mein soziales Umfeld etwas verändert, einige Zeit im Ausland verbracht, verschiedene Hobbies und Aktivitäten aufgenommen, bei denen ich wenig mit Deutschen und viel mit Menschen aus aller Herren Länder zu tun hatte. In der Zeit hatte ich meine erste Beziehung mit einem nichtdeutschen und nichtweißen Mann. Auch meine darauffolgenden weiteren Beziehungen und Beziehungsversuche hatte ich mit nichtdeutschen Männern, alle mit unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Religion. Ich hatte oft das Gefühl, dass es leichter war, diesen Männern emotional nahezukommen, als das bei meinen vorherigen Dates mit deutschen Männern der Fall war, und dass sie eher bereit für eine feste Beziehung waren. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich schon viele Jahre lang kein Date mehr mit einem deutschen Mann hatte. Es hat auch fast nie mehr ein deutscher Mann Interesse an mir gezeigt. Dann habe ich mir überlegt, ob ich selber mir überhaupt noch eine Beziehung mit einem deutschen Mann vorstellen kann, und kam zu dem Schluss, eigentlich eher nicht. Optisch finde ich viele deutsche Männer nicht mehr so attraktiv wie früher mal, und charakterlich scheint es ja sowieso noch nie gepasst zu haben. Wenn ich mal auf Datingapps bin, like ich deutsche Männer nur selten. Meistens haben Menschen mit Migrationshintergrund ihre ganze eigenen, speziellen Geschichten und sich daraus ergebende Fähigkeiten, Erfahrungen und Perspektiven, die auch eine Beziehung sehr bereichern, was mit einem deutschen Partner so definitiv nicht möglich wäre. Insofern gibt es da bei Deutschen oft nur noch wenig, was mich auf Anhieb potentiell anziehen oder interessieren würde.
Auch Kriterien wie "ist sehr um Integration bemüht", wie im Eingangsbeitrag erwähnt, finde ich inzwischen schwammig und weiß gar nicht, was damit gemeint sein soll. Ist jemand, der z.B. seit über 10 Jahren in Deutschland lebt, hier studiert hat und inzwischen sehr gut verdient, aber kein Deutsch spricht, weil er es einfach nicht braucht, und kein deutsches Essen isst, weil er es nicht mag, nicht um Integration bemüht? Eventuell ist es mir auch vollkommen egal, ob mein Partner ein Bleiberecht oder Integrationswillen hat, weil ich vielleicht gern in sein Land ziehen würde und gar keinen Wert darauf lege, dass er sich hier integriert.
Im Rückblick auf meine eigenen Erfahrungen kann ich nur sagen, dass es sich lohnen kann, den Horizont zu erweitern, indem man sich mit unterschiedlichen Menschen befasst. Dann spielen solche Themen wie Migrationshintergrund irgendwann einfach keine Rolle mehr.
Ampersand
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Ampersand »

Kisuli hat geschrieben: Dienstag 30. Januar 2024, 22:30
Im Rückblick auf meine eigenen Erfahrungen kann ich nur sagen, dass es sich lohnen kann, den Horizont zu erweitern, indem man sich mit unterschiedlichen Menschen befasst. Dann spielen solche Themen wie Migrationshintergrund irgendwann einfach keine Rolle mehr.
Aber für dich spielt es doch eine Rolle, wenn du keine deutschen Männer datest. Das ist doch dann gerade kein erweiterter Horizont. Du machst eine Tür auf, schließt aber gleichzeitig eine andere.
Kisuli
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Kisuli »

Ampersand hat geschrieben: Dienstag 30. Januar 2024, 22:38
Kisuli hat geschrieben: Dienstag 30. Januar 2024, 22:30
Im Rückblick auf meine eigenen Erfahrungen kann ich nur sagen, dass es sich lohnen kann, den Horizont zu erweitern, indem man sich mit unterschiedlichen Menschen befasst. Dann spielen solche Themen wie Migrationshintergrund irgendwann einfach keine Rolle mehr.
Aber für dich spielt es doch eine Rolle, wenn du keine deutschen Männer datest. Das ist doch dann gerade kein erweiterter Horizont. Du machst eine Tür auf, schließt aber gleichzeitig eine andere.
Ich habe nicht gesagt, dass ich es aktiv ausschließe, deutsche Männer zu daten. Ich treffe nur sehr selten auf welche, die mich interessieren und die sich für mich interessieren.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Ampersand »

Kisuli hat geschrieben: Dienstag 30. Januar 2024, 22:49
Ampersand hat geschrieben: Dienstag 30. Januar 2024, 22:38
Kisuli hat geschrieben: Dienstag 30. Januar 2024, 22:30
Im Rückblick auf meine eigenen Erfahrungen kann ich nur sagen, dass es sich lohnen kann, den Horizont zu erweitern, indem man sich mit unterschiedlichen Menschen befasst. Dann spielen solche Themen wie Migrationshintergrund irgendwann einfach keine Rolle mehr.
Aber für dich spielt es doch eine Rolle, wenn du keine deutschen Männer datest. Das ist doch dann gerade kein erweiterter Horizont. Du machst eine Tür auf, schließt aber gleichzeitig eine andere.
Ich habe nicht gesagt, dass ich es aktiv ausschließe, deutsche Männer zu daten. Ich treffe nur sehr selten auf welche, die mich interessieren und die sich für mich interessieren.
Wo wohnst du denn? Offenbach oder Frankfurt?
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Kisuli »

Ampersand hat geschrieben: Dienstag 30. Januar 2024, 23:01
Kisuli hat geschrieben: Dienstag 30. Januar 2024, 22:49
Ampersand hat geschrieben: Dienstag 30. Januar 2024, 22:38

Aber für dich spielt es doch eine Rolle, wenn du keine deutschen Männer datest. Das ist doch dann gerade kein erweiterter Horizont. Du machst eine Tür auf, schließt aber gleichzeitig eine andere.
Ich habe nicht gesagt, dass ich es aktiv ausschließe, deutsche Männer zu daten. Ich treffe nur sehr selten auf welche, die mich interessieren und die sich für mich interessieren.
Wo wohnst du denn? Offenbach oder Frankfurt?
Weder noch. Eine andere deutsche Großstadt, die ich aber nicht nennen möchte.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Egil »

Lilia hat geschrieben: Freitag 26. Januar 2024, 22:20 [..] mal angenommen, ihr trefft einen Menschen, keine gravierenden sprachlichen Hindernisse, sich mit euch auszutauschen, keine zu erwartenden unterschiedlichen religiösen Ansichten zwischen euch, sehr um Integration bemüht, keine Probleme mit dem Bleiberecht, ... , würdet ihr diesen Menschen vom Bauchgefühl her als Partner in Betracht ziehen?
Dass ich mit einer Ukrainerin zusammen bin, ist ja allgemein bekannt. Ich war allerdings anfangs selbst unsicher - man verbindet damit doch unschöne Klischees. Als ich mal vor Jahren im Gespräch mit meinen Halbbrüdern ganz vorsichtig etwas in Richtung AB-Problematik erwähnte, hieß es auch gleich "dann musst du dich mal in der Ukraine umsehen, oder in Thailand". In Bezug auf Thailand kenne (bzw. kannte) ich tatsächlich auch zwei Ehepaare mit sehr unangenehmen deutschen Männern. In einem Fall ist die Frau tatsächlich auch "ins Wasser gegangen", und bei dem anderen (er leidet an Muskelschwund) bin ich überzeugt, dass sie jeden Tag betet "wie lange noch?"
Aber in solchen Fällen spielen natürlich auch wirtschaftliche Unterschiede und der Aufenthaltstitel eine Rolle. So was wollte ich natürlich nicht, und auch nicht, dass die Leute sagen "der hat wohl nichts anderes gefunden". Solche Überlegungen spielten, als es konkret wurde, aber keine Rolle mehr. Dennoch, es gibt manchmal Konflikte zwischen uns, die meine Freundin auf kulturelle Unterschiede schiebt, aber vielleicht liegt es auch einfach nur an meiner mangelnden Erfahrung mit Frauen und generell mit meinen Problemen im Umgang mit anderen Menschen.

Was ich, so glaube ich, nie erwähnt habe (warum auch?), auch meine erste Freundin ("mein Croissant") hatte Migrationshintergrund. Das war wohl eher das, was du meinst. Sie war als Kind von ihren Eltern aus Bulgarien zu der Tante in die untergehende DDR geschickt worden, hatte längst die deutsche Staatsbürgerschaft und hat mit Sicherheit mehr verdient als ich. Das spielte einfach keine Rolle zwischen uns. Wieso sollte es, wenn kein Unterschied zu einem deutschen Partner erkennbar ist?

Was heißt überhaupt "Migrationshintergrund"? Für mich, wenn eine Person mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von Fremden gefragt wird "Und woher kommen Sie? Oder Ihre Eltern?" (Oder ich selbst diese Überlegung habe.) Damit sehe ich bei Menschen aus Nordwesteuropa (Skandinavien, Benelux, Frankreich, GB) keinen Migrationshintergrund, selbst wenn der pro forma existiert. Bei Osteuropäern sieht man es, trotz heller Haut häufig doch, dass sie nicht "von hier" sind. Bei Amerikanern auch rein europäischer Abstammung bin ich mir nicht sicher, wie ich das sehen würde; das ist halt verdammt weit weg, und die Mentalitätsunterschiede sind wahrscheinlich größer.

Für mich persönlich gibt es ein paar Überlegungen, wie oben schon angedeutet, die nur potentielle Partnerinnen mit erkennbarem Migrationshintergrund betreffen würden. Zunächst mal, auch wenn es zynisch klingt: hat es Auswirkungen auf mein Ansehen? Ich möchte nicht als jemand "mit Katalogbraut" wahrgenommen werden, wie zutreffend oder nicht zutreffend diese Einschätzung auch sein mag. Zweitens: eine 1,50m/40kg-Asiatin käme als Partnerin für mich aufgrund des Größenunterschiedes wohl nicht in Betracht - ich käme mir da irgendwie pädophil vor. Und drittens, auch wenn ich manche farbige Frau echt heiß finde, zumindest, solange Kinder noch ein Thema sind, würde ich eine Beziehung mit ihr auch ablehnen. Ich sehe es als meine Pflicht an, meinen Kindern bestmögliche Voraussetzungen zu geben, und möchte nicht, dass sie aufgrund von Vorurteilen des Umfeldes benachteiligt und in ihrer Entwicklung gehemmt werden.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Zwerg »

Egil hat geschrieben: Freitag 2. Februar 2024, 08:23 ..
"Katalogbraut"
Ich habe es mir abgewöhnt, etwas auf das Urteil anderer zu geben. Das betrifft übrigens nicht nur diesen Punkt, sondern mein ganzes Leben
"Größenunterschied"
Da empfehle ich einen aktuellen Aufenthalt in Asien. Da sich die Ernährungslage in der Durchschnittsgröße der Bewohner wiederspiegelt komme ich mir dort inzwischen (schon wieder) klein vor.
"Kinder"
Also an den Schulen hier sind Biodeutsche die Exoten und nicht umgekehrt. Du wohnst im Osten und sehr ländlich. Da mag das in der Tat (noch) anders sein. Ostasiaten (damit meine ich nicht nur Chinesen und Japaner, sondern auch Koreaner und Vietnamesen) gelten übrigens als die besten Schüler. Weltweit.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Egil »

Zwerg hat geschrieben: Freitag 2. Februar 2024, 14:13
Egil hat geschrieben: Freitag 2. Februar 2024, 08:23 ..
"Katalogbraut"
Ich habe es mir abgewöhnt, etwas auf das Urteil anderer zu geben. Das betrifft übrigens nicht nur diesen Punkt, sondern mein ganzes Leben
Das kann ich mir nicht erlauben.
"Größenunterschied"
Da empfehle ich einen aktuellen Aufenthalt in Asien. Da sich die Ernährungslage in der Durchschnittsgröße der Bewohner wiederspiegelt komme ich mir dort inzwischen (schon wieder) klein vor.
Kann sein, dass sich da ein bisschen getan hat, aber ich bin 2,04m. Ich war vor knapp 20 Jahren in Kambodscha und erregte dort einiges Aufsehen. Und auch die hiesigen Asiaten sind für mich überwiegend winzig (klar gibt es auch kleine Deutsche, aber die sind für mich ebenso uninteressant).
"Kinder"
Also an den Schulen hier sind Biodeutsche die Exoten und nicht umgekehrt. Du wohnst im Osten und sehr ländlich. Da mag das in der Tat (noch) anders sein.
Aus SH, aber ja, trotz massiver Veränderungen in den letzten Jahren ist es hier mit Großstädten nicht vergleichbar.
Als ich letztes Jahr mal ein Wochenende mit meiner Freundin in Essen war, fragte sie am Ende: "Fahren wir jetzt wieder zurück nach Deutschland?" :lol:
Ostasiaten (damit meine ich nicht nur Chinesen und Japaner, sondern auch Koreaner und Vietnamesen) gelten übrigens als die besten Schüler. Weltweit.
Weiß ich. Unter anderem wegen ihrer schulischen Leistungen hatte ich mich zur Zeit meines Abiturs auch in eine aus Vietnam stammende (und verhältnismäßig groß gewachsene) Mitschülerin vernarrt. Aber ich schrieb diesen Teil ja auch in Bezug auf Farbige - und es ist völlig egal, was ich dazu denke, wenn es das Umfeld nicht bringt.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Zwerg »

Egil hat geschrieben: Freitag 2. Februar 2024, 18:18 ..
Naja. Kambodscha...
Genauso wenig wie mich die Meinung anderer kümmert, sind mir umgekehrt auch deren Vorlieben egal. Es gibt aber tatsächlich einen anerkennenswerten Grund gegen eine Partnerschaft mit einem Größenunterschied von beispielsweise 1,50 m zu 2,00 m: Beim Gebären haben die Frauen mit den viel zu großen Kinder wirklich ein ernstes Problem.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Egil »

Zwerg hat geschrieben: Sonntag 4. Februar 2024, 19:04 Es gibt aber tatsächlich einen anerkennenswerten Grund gegen eine Partnerschaft mit einem Größenunterschied von beispielsweise 1,50 m zu 2,00 m: Beim Gebären haben die Frauen mit den viel zu großen Kinder wirklich ein ernstes Problem.
Das ja, aber küssen ist schon bei 35cm Größenunterschied mit einigen Herausforderungen behaftet. :sadman: Bei meiner ersten Beziehung ging es am besten, wenn ich vor ihr kniete :lach: Meine jetzige Freundin ist zum Glück ein paar Zentimeter größer und trägt oft Schuhe mit dicken Sohlen.
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