Partner mit Migrationshintergrund

Gedanken zum Thema "Absolute Beginner", Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt
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Lilia
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Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Lilia »

Ich weiß, dass das Thema nicht einfach ist, aber - inspiriert von einem supernetten Arbeitskollegen mit Migrationshintergrund - folgende Frage an euch: mal angenommen, ihr trefft einen Menschen, keine gravierenden sprachlichen Hindernisse, sich mit euch auszutauschen, keine zu erwartenden unterschiedlichen religiösen Ansichten zwischen euch, sehr um Integration bemüht, keine Probleme mit dem Bleiberecht, ... , würdet ihr diesen Menschen vom Bauchgefühl her als Partner in Betracht ziehen?

Folgende Aussage ist Anlass zu meiner Frage: Selbst in Berlin mit dem ganzen Multikulti ist es nicht einfach, als Mensch mit Migrationshintergrund einen Partner zu finden, der nicht auch einen Migrationshintergrund hat, die Deutschen sind einfach nicht mehr so mutig wie vor 30, 40 Jahren.

Ehrlich gesagt hatte ich selbst auch nie einen Partner mit Migrationshintergrund. Ich könnte jetzt einfach sagen, es hätte sich nicht ergeben. Aber ich habe genug Freunde, Bekannte und selbst Familienmitglieder mit Migrationshintergrund, dass sich da hätte etwas ergeben können. Hab ich vielleicht unbewusst ausgestrahlt, dass ich nicht so risikofreudig in Beziehungsdingen war? Ausschließen kann ich es jedenfalls nicht.
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Tania
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Tania »

Lilia hat geschrieben: Freitag 26. Januar 2024, 22:20 ... mal angenommen, ihr trefft einen Menschen, keine gravierenden sprachlichen Hindernisse, sich mit euch auszutauschen, keine zu erwartenden unterschiedlichen religiösen Ansichten zwischen euch, sehr um Integration bemüht, keine Probleme mit dem Bleiberecht, ...
Wüsste man bei diesem Menschen denn überhaupt etwas von dem Migrationshintergrund? Okay, wenn er nicht-europäisch aussieht, vielleicht - aber auch dann könnte seine familäre Migrationsgeschichte schon so lange zurück liegen, dass es schon keinen Einfluss mehr hat.

Ich würde mir in so einem Fall wohl erst Gedanken über seinen "Migrationsstatus" machen, wenn meine Gefühle schon signalisiert haben, dass er als Partner sehr wohl in Frage kommt. Und wenn sie das tun, dann ist es ziemlich irrelevant, ob sein Name mit -viç endet oder ob sein Hautton anders ist als meiner oder ob wir zum Besuch bei den Urgroßeltern das Flugzeug nehmen müssen. Es sei denn, er will sie jede Woche besuchen - aber das wäre auch bei in Berlin oder Hamburg lebenden Urgroßeltern problematisch.
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time4change
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von time4change »

Was ist die hier in diesem Thread gültige Definition von "Migrationshintergrund"?
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Lilia
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Lilia »

Alle Personen, die selbst nach Deutschland zugewandert sind oder deren Familie in 2./3. Generationen in Deutschland lebt, deren Eltern/Großeltern sich aber ausschließlich ebenfalls aus Personen mit Migrationshintergrund zusammensetzen.
Das können auch Personen sein, die selbst die deutsche Staatsbürgerschaft haben (wie mein Kollege) und/oder in Deutschland geboren sind.
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Tania
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Tania »

Lilia hat geschrieben: Freitag 26. Januar 2024, 23:49 Alle Personen, die selbst nach Deutschland zugewandert sind oder deren Familie in 2./3. Generationen in Deutschland lebt, deren Eltern/Großeltern sich aber ausschließlich ebenfalls aus Personen mit Migrationshintergrund zusammensetzen.
Ist das nicht völlig praxisfern? Bevor man jemanden so gut kennt, dass man etwas über die Abstammung seiner Großeltern erfährt, hat man doch für gewöhnlich längst entschieden, ob dieser Mensch als Partner in Frage kommt ... :gruebel:
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Lilia »

Tania hat geschrieben: Freitag 26. Januar 2024, 22:45
Wüsste man bei diesem Menschen denn überhaupt etwas von dem Migrationshintergrund? ...
Am Namen, zum Beispiel, könntest du es merken.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von DocSumisu »

Warum nicht? Wenn die "üblichen" Kriterien und "Hürden" (Religion, zwingend heiraten wegen kulturellen Gründen oder so, Rituale mit denen ich nichts anfangen kann oder weite reisen (nicht möglich für mich)) nicht vorhanden wären. Das sind auch die gleichen Kriterien, die ich überall anwende. Hautton interessiert mich nicht. Das scheitert eher an religiösen oder politischen oder gar spirituellen Dingen oder an anderen Sachen. Aber wenn diese Hürden keine wären und es "die Eine" wäre, why not?
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Tania
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Tania »

Lilia hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 00:13
Tania hat geschrieben: Freitag 26. Januar 2024, 22:45
Wüsste man bei diesem Menschen denn überhaupt etwas von dem Migrationshintergrund? ...
Am Namen, zum Beispiel, könntest du es merken.
Ach, Du meinst solche Menschen wie den deutschen Nationalspieler Lukas Podolski?

Allerdings, selbst bei dem weiß ich nur dank Wikipedia, dass er als selbst eingewandeter Mensch in Deine Definition passt, und nicht etwa der in Deutschland geborene Sohn von der Deutschen Agathe Müller und dem Polen Pawel Podolski ist, der dann laut Definition keinen Migrationshintergrund hätte.

Bei dem "Hallo, ich bin Tomas"-Mann im Club ist es unwahrscheinlich, dass ich ihn spontan bei Wikipedia finde. Und ich wusste auch bei den Kollegen mit asiatischem Aussehen nie, ob sie in Deutschland geboren wurden, und wenn ja, ob sie vielleicht einen (Groß-)Elternteil ohne Migrationshintergrund haben.

Ich fände Deine Frage hochinteressant, wenn Du "Migrationshintergrund" als "Wird von Mitmenschen als 'Ausländer' wahrgenommen" definiert hättest. Aber der Unterschied zwischen "hat keinen Migrationshintergrund" und "hat auf dem Papier Migrationshintergrund, der aber weder durch sein Aussehen noch durch sein Verhalten erkennbar ist" ist für mich einfach zu klein, um irgendwie partnersuchrelevant zu sein.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Lilia »

Tania hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 01:04
Lilia hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 00:13
Tania hat geschrieben: Freitag 26. Januar 2024, 22:45
Wüsste man bei diesem Menschen denn überhaupt etwas von dem Migrationshintergrund? ...
Am Namen, zum Beispiel, könntest du es merken.
Ach, Du meinst solche Menschen wie den deutschen Nationalspieler Lukas Podolski?

Allerdings, selbst bei dem weiß ich nur dank Wikipedia, dass er als selbst eingewandeter Mensch in Deine Definition passt, und nicht etwa der in Deutschland geborene Sohn von der Deutschen Agathe Müller und dem Polen Pawel Podolski ist, der dann laut Definition keinen Migrationshintergrund hätte.

Bei dem "Hallo, ich bin Tomas"-Mann im Club ist es unwahrscheinlich, dass ich ihn spontan bei Wikipedia finde. Und ich wusste auch bei den Kollegen mit asiatischem Aussehen nie, ob sie in Deutschland geboren wurden, und wenn ja, ob sie vielleicht einen (Groß-)Elternteil ohne Migrationshintergrund haben.

Ich fände Deine Frage hochinteressant, wenn Du "Migrationshintergrund" als "Wird von Mitmenschen als 'Ausländer' wahrgenommen" definiert hättest. Aber der Unterschied zwischen "hat keinen Migrationshintergrund" und "hat auf dem Papier Migrationshintergrund, der aber weder durch sein Aussehen noch durch sein Verhalten erkennbar ist" ist für mich einfach zu klein, um irgendwie partnersuchrelevant zu sein.
Lukas Podolski würde wohl rausfallen, da seine Mutter keinen Migrationshintergrund hat. ;)
Was ist aber, wenn ein Sergej, ein Mohammed, ein Krisztof, eine Aishe, eine Mai Lin, eine Inaya oder ein Rijad suchen und du die erste Person in der Familie ohne Migrationshintergrund wärst.

Ich hab es bewusst offen gelassen, damit User genau den Unterschied machen können, den sie machen wollen. Vielleicht ist ja ein Maurice mit schickem französischem Akzent ja akzeptabler als der Hasan, der ein in dritter Generation in Deutschland lebender Deutschtürke ist. Einfach, weil man glaubt, dass die kulturelle Kluft ziemlich groß ist.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Settembrini »

Auch bei einer Deutschen in 10. Generation würde ich für mich nach dem Motto verfahren: „Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet“. Und das hat nichts mit Heirat zu tun.

Richtig kennenlernen bedeutet für mich auch das Umfeld dieses Menschen zu kennen, die Familie, den Freundeskreis. Eine Partnerschaft ist nicht schwarz/weiß zu betrachten wie in fragwürdigen Fernseh-Schmonzetten, sondern hat unendlich viele Zwischentöne.

Zu Deiner Eingangsfrage, Lila: Ich würde grundsätzlich jede Frau jeder Nationalität vom Bauchgefühl als mögliche Partnerin in Erwägung ziehen. Die Welt ist kunterbunt. Und wir können bei jeder Nationalität und Kultur irgendwann an den richtigen Menschen geraten oder an einen Menschen, von dem wir besser Abstand halten sollten. Dies zu ergründen, bedarf Menschenkenntnis und auch ein wenig Glück.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Tania »

Lilia hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 06:01 Lukas Podolski würde wohl rausfallen, da seine Mutter keinen Migrationshintergrund hat. ;)
Er fällt doch schon unter Teil 1 der Definition
Lilia hat geschrieben: Freitag 26. Januar 2024, 23:49 Personen, die selbst nach Deutschland zugewandert sind
Da muss man die Mutter gar nicht betrachten.
Was ist aber, wenn ein Sergej, ein Mohammed, ein Krisztof, eine Aishe, eine Mai Lin, eine Inaya oder ein Rijad suchen
Wenn der Krisztof es ähnlich macht wie der Łukasz P. und seinen Namen in Christoph ändert, bin ich immer noch ahnungslos.
Settembrini hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 09:18 Richtig kennenlernen bedeutet für mich auch das Umfeld dieses Menschen zu kennen, die Familie, den Freundeskreis.
Also Du entscheidest erst, ob eine Frau für Dich als Partnerin in Frage kommt, wenn Du ihre Familie und ihren Freundeskreis kennst?

Dann wäre aus uns nie etwas geworden. Ich stelle einen Mann meiner Familie erst vor, wenn ich ihn als "meinen Freund" vorstellen kann, oder wenn wir beide uns sehr sicher sind, dass zwischen uns nur Freundschaft ist und auch nie etwas anderes wachsen wird. Meine Eltern sind einfach Freunde klarer Verhältnisse - ich würde ihnen nie einen "Hmmm, wir kennen uns jetzt 4 Wochen und er weiß noch nicht, ob er es 'ernst meint'" Mann vorstellen.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von NeC »

Lilia hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 06:01 Lukas Podolski würde wohl rausfallen, da seine Mutter keinen Migrationshintergrund hat. ;)
Was ist aber, wenn (...) du die erste Person in der Familie ohne Migrationshintergrund wärst.

Ich hab es bewusst offen gelassen, damit User genau den Unterschied machen können, den sie machen wollen. (...) kulturelle Kluft (...)
Für mich spielt ist die Schublade "Migrationshintergrund" bei der Partnersuche keine Rolle; sehr wohl aber all die konkreten kleinen Dinge, die sich aus Unterschieden in Sprache, Kultur, Gemeinschaftswerten, Traditionen, Vorurteilen, Religion, Familie, Persönlichkeit, Abgrenzung und Offenheit gegenüber diesen Unterschieden von beiden Seiten ergeben.

Durch das, was Du ergänzend zur Eingangsfrage geschrieben hast, habe ich das Gefühl, dass Deine Frage auch eher auf die Unterschiede abzielt. Dann wäre das herumreiten auf Definitionsfragen vermutlich eher unnötig und der Begriff "Migrationshintergrund" wohl eher so was wie eine unabsichtlich gezündete Nebelkerze? ;) Schließlich gibt es teilweise deutliche Unterschiede in all den Punkten auch zwischen Leuten, die seit Generationen im selben Land leben (sogar sprachlich -> man denke an für Außenstehende schwer verständliche Dialekte).


Und welche Unterschiede führen nun dazu, dass man jemanden nicht mehr als möglichen Lebenspartner sieht? Das dürfte wirklich hochgradig individuell sein, und im Einzelfall auch noch von der sprichwörtlichen Chemie zwischen den betreffenden Menschen abhängen. Wo die Liebe hinfällt, ist auf einmal sehr viel mehr Raum für alles, was unter normalen Bedingungen eher als trennend empfunden werden würde.

Lilia hat geschrieben: Freitag 26. Januar 2024, 22:20 Ehrlich gesagt hatte ich selbst auch nie einen Partner mit Migrationshintergrund. (...) Hab ich vielleicht unbewusst ausgestrahlt, dass ich nicht so risikofreudig in Beziehungsdingen war?
Du könntest Dich fragen, wie Du Dich gegenüber den Leuten verhalten hast, die Du entweder gern als Partner gehabt hättest oder die später dann auch Deine Partner wurden. Vermutlich war da ein gewisses Interesse, eine Neugier, ... hast Du das je auch gegenüber Leuten aus Deiner Schublade "Migrationshintergrund" empfunden? Und Dich dann auch so verhalten, wie Du es bei den erfolgreichen Partnerschaftsanbahnungen gemacht hast?
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Tania
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Tania »

Lilia hat geschrieben: Freitag 26. Januar 2024, 22:20 Ehrlich gesagt hatte ich selbst auch nie einen Partner mit Migrationshintergrund.
Ich vermutlich schon - zumindest hatte er einen sehr polnischen Nachnamen und seine Eltern wohnten früher in derselben Stadt, aus der mein Opa im 2. Weltkrieg fliehen musste. Beides wusste ich beim ersten Kuss (ab dem mir klar war, dass er durchaus in Frage kommt) nicht. Beides war allerdings auch später nie irgendwie Thema in unserer Beziehung.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von time4change »

Tania hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 11:52 ... und seine Eltern wohnten früher in derselben Stadt, aus der mein Opa im 2. Weltkrieg fliehen musste.
Wobei dann ja formal die Frage wäre, ob seine Eltern VOR Kriegsende = innerhalb des Deutschen Reichs umgezogen sind?
(was keine "Migration" gewesen wäre)

Oder erst nach der neuen Grenzziehung aus Polen in die SBZ migriert sind?

Genauso konnte man um 1940 herum innerdeutsch z.B. aus Graz nach Ostfriesland umziehen - während seit über 70 Jahren ein Umzug aus Salzburg nach Freilassing oder aus Zirl nach Füssen eine "Migration" ist!
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Settembrini »

Tania hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 11:11 Also Du entscheidest erst, ob eine Frau für Dich als Partnerin in Frage kommt, wenn Du ihre Familie und ihren Freundeskreis kennst?
Normativ würde ich das so nicht sehen. Aber bei einem Menschen, den ich sehr eng an mich binden möchte, ist mir das Umfeld dieses Menschen ziemlich wichtig. Denn ebendiese Menschen werden zwangsweise in meinem Leben eine Rolle spielen, wenn es ernster wird. Es ist nicht so, dass man sagen kann: „Was soll’s, wir haben ja uns!“
Dabei muss ich betonen, dass dieses Kennenlernen des Umfeldes natürlich nicht zu Beginn wichtig wäre, sondern im fortgeschrittenen Rahmen. Und nein, ich markiere das nicht im Kalender, wann.
Tania hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 11:11 Dann wäre aus uns nie etwas geworden. Ich stelle einen Mann meiner Familie erst vor, wenn ich ihn als "meinen Freund" vorstellen kann, oder wenn wir beide uns sehr sicher sind, dass zwischen uns nur Freundschaft ist und auch nie etwas anderes wachsen wird. Meine Eltern sind einfach Freunde klarer Verhältnisse - ich würde ihnen nie einen "Hmmm, wir kennen uns jetzt 4 Wochen und er weiß noch nicht, ob er es 'ernst meint'" Mann vorstellen.
Meinen Eltern kann ich keine Frau mehr vorstellen, dazu ist es viel zu spät, da sie nicht mehr leben. Und ich würde im möglichen gegenteiligen Fall auch gewiss nicht die Uhr nach einem Kennenlernen stellen. Aber so etwas rundet für mich die ganze Sache einfach ab.

Bei der einen Frau, bei der es kurzzeitig ernster wurde, war es der Frau selbst wichtig, dass ich zu ihrem runden Geburtstag kam. Sie wollte, dass ich all die Menschen kennenlerne, die ihr etwas bedeuten. Und ich erlebte ihr Umfeld als unsagbar wundervoll. Es stimmte sofort alles.
Ich hatte mich in sie verliebt. Sie aber wollte mich (wie üblich) als tollen Freund haben, nicht als Partner.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Tania »

time4change hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 12:37
Tania hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 11:52 ... und seine Eltern wohnten früher in derselben Stadt, aus der mein Opa im 2. Weltkrieg fliehen musste.
Wobei dann ja formal die Frage wäre, ob seine Eltern VOR Kriegsende = innerhalb des Deutschen Reichs umgezogen sind?
(was keine "Migration" gewesen wäre)

Oder erst nach der neuen Grenzziehung aus Polen in die SBZ migriert sind?
Ich hatte gehofft, dass sich diese Frage aufgrund der Tatsache, dass es sich um zwei verschiedene Generationen handelt, gar nicht stellen würde. Aber ja: Opa war noch innerdeutsch Vertriebener, die Eltern dann Jahre später echte Migranten.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Tania »

Settembrini hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 12:38 Bei der einen Frau, bei der es kurzzeitig ernster wurde, war es der Frau selbst wichtig, dass ich zu ihrem runden Geburtstag kam. ....
Sie aber wollte mich (wie üblich) als tollen Freund haben, nicht als Partner.
Wenn ihr das schon klar war, als sie Dich eingeladen hat, ist das ja kein Widerspruch zu meinen Erfahrungen. Dann kann sie Dich ja bedenkenlos als "ein Freund" vorstellen.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von time4change »

Tania hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 12:55 Ich hatte gehofft, dass sich diese Frage aufgrund der Tatsache, dass es sich um zwei verschiedene Generationen handelt, gar nicht stellen würde.
Nehmen wir die Generation derjenigen, die in den 1960er, 70er und/oder 80er Jahren aufgewachsen sind:
Da verlief zwischen Bayern+Hessen+Niedersachsen+Schleswig-Holstein einerseits und dem heutigen Thüringen+Sachsen-Anhalt sowie Mecklenburg andererseits eine Grenze ... und beidseits dieser Grenze zwischen (heutigen) Bundesländern bzw damals Besatzungszonen wurden die Leute durchaus unterschiedlich sozialisiert...

Ist dann bei Leuten/potentiellen Partnern dieser Generation auch die Frage, in welchem der beiden Deutschlande und somit Systeme ihr "Mindset" geprägt wurden?
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Tania »

time4change hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 13:55 Ist dann bei Leuten/potentiellen Partnern dieser Generation auch die Frage, in welchem der beiden Deutschlande und somit Systeme ihr "Mindset" geprägt wurden?
Manchmal merkt man das durchaus ... Aber ich glaube, darum ging es Lilia nicht.
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Re: Partner mit Migrationshintergrund

Beitrag von Settembrini »

Tania hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 13:20
Settembrini hat geschrieben: Samstag 27. Januar 2024, 12:38 Bei der einen Frau, bei der es kurzzeitig ernster wurde, war es der Frau selbst wichtig, dass ich zu ihrem runden Geburtstag kam. ....
Sie aber wollte mich (wie üblich) als tollen Freund haben, nicht als Partner.
Wenn ihr das schon klar war, als sie Dich eingeladen hat, ist das ja kein Widerspruch zu meinen Erfahrungen. Dann kann sie Dich ja bedenkenlos als "ein Freund" vorstellen.
Nein, das war ihr damals noch nicht klar, wie ich von ihr selber zu einem späteren Zeitpunkt erfuhr.

Aber wir driften hier ab:
Ich hatte mich vor allem auf das „Bauchgefühl“ von Lilia bezogen, dass meiner Ansicht nach mit einem Kennenlernen des Umfeldes von Personen in die wahre Richtung justiert werden könnte. Besonders dann, wenn man verunsichert ist und seiner Gefühle nicht ganz zu trauen vermag.
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