Hallo,
ich sehe mich zu einem Großteil in einer ähnlichen Lage, nur dass ich ein Mann bin und schon auf Mitte 50 zugehe
Ich habe als SC-AB meine Ex-Freundin kennengelernt und mit ihr viele Jahre in einer Fernbeziehung gelebt. Dann trennte sie sich von mir. Das ist fünf Jahre her, und obwohl mir seitdem viele Dinge klargeworden sind, vermisse ich den Teil der schönen Zeit mit ihr noch immer. Es ist wirklich verdammt schwer, jemanden loszulassen, obwohl der einen immer wieder schlecht behandelt hat.
Bei mir hat sich ergeben, dass sich Mitglieder aus meinem Abi-Jahrgang zusammengefunden haben in einer WhatsApp-Gruppe und bereits zweimal im Abstand von 1 Jahr ein Treffen organisiert haben. Ausdrücklich nur für uns, keine Partner usw. zugelassen, auch keine Ehemaligen aus den Jahrgängen darunter. Mit sehr gemischten Gefühlen bin ich hingefahren und stellte "natürlich" fest, dass ein Großteil verheiratet ist und Kinder hat, auch solche, die dafür früher nicht als prädestiniert gegolten hätten. Ich habe mich längere Zeit mit meiner ehemaligen Flamme unterhalten, die mich zu Schulzeiten öfters gemobbt hat, und es hat sich gezeigt, dass sie nie die Absicht hatte, mich zu verletzen, sie umgekehrt von den anderen Mädchen im Jahrgang ihrerseits gemobbt wurde und psychologische Betreuung benötigt hat.
Inzwischen haben wohl alle einen Teil ihrer sozialen Adern entweder entdeckt oder wiedergefunden, was vor allem dadurch ausgelöst wurde, dass sie an ihren Kindern sehen, wie übel Mobbing ist. Nicht ohne Ironie bleibt hier festzuhalten, dass diese Kinder sind wie ich und einige andere damals, die nun von Menschen betreut werden, die waren wie die Mobber von damals, die nun ihrerseits Eltern gemobbter Kinder sind.
Durch die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte fühle ich mich im Umgang mit den damaligen Problem-Mitschülern besser gewappnet, bin selbstbewusster und lasse mich nicht mehr so leicht beeindrucken. Ich kann leichter mit Frauen ins Gespräch kommen und ihnen vermitteln, welchen Anteil sie an meinen damaligen Sorgen und Problemen hatten und ob ihnen das denn nie aufgefallen war.
Mir ist aufgefallen, dass sehr viele Dinge, die emotional echte Schwergewichte im Leben sind, in meinem Leben nie stattgefunden haben. Also keine Heirat und Ehe, keine von mir gezeugten und in der Ehe geborenen Kinder, keine Kinder, die ich aufwachsen sehe, die sprechen und laufen lernen, mit mir herumtoben, in die Ferien fahren. Inzwischen sind die Kinder so groß, dass sie bereits die Schule verlassen und anfangen zu studieren. Ich kann da vorwiegend mit lauter negativen Eindrücken aufwarten, die ohne positiven Ausgleich geblieben sind. Also der wirklich grauenvolle Tod meines Vaters, die Trennung von meiner Freundin, meine eigene Krebserkrankung vor einem Jahr. Ich habe kaum positive Pfunde, mit denen ich wuchern könnte. Geblieben ist mir die Freiheit, zu tun, was ich will. Ich fühle mich auch nicht grundsätzlich unglücklich, eher gespannt, wie es weitergehen kann und wird. Ich habe genug Pläne für mich allein, die mich noch lange beschäftigen werden.
Nichtsdestotrotz sehne ich mich auch nach weiblicher Gesellschaft. Nach Körperlichkeiten, gemeinsamem Lachen, Ausflügen, Urlaub, Kultur, Sport. Gemeinsames Kochen und Essen. Intensiv kennenlernen.
Es hatte für mich gut funktioniert, mich in Online-Datingbörsen einzutragen und auch über Chats lerne ich recht unkompliziert Frauen kennen. Ich freue mich darauf, was als nächstes kommt.
Gruß
desigual hat geschrieben: ↑Sonntag 11. August 2024, 21:42
Dieses Thema hat zwar nichts mit der ersten Beziehung zu tun, könnte aber von HC-ABs als Luxusproblem empfunden werden - deshalb klage ich mein Leid hier.